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Will you be my Valentine

Heute mache ich es kurz. In der kommenden Woche steht der Valentinstag an – einer dieser neumodischen sehr kommerziell ausgelegten Tage, von denen zu Zeiten meiner Kindheit in Deutschland kaum jemand überhaupt je gehört hatte und der erst recht nicht celebriert wurde. Ein Tag, den wir Frauen eigentlich ganz fancy finden und unsere Männer abartig schlimm, denn wenn man nicht wenigstens mit ein paar Blumen am Abend nach Hause kommt (das einzig Positive an diesem Tag) oder noch schlimmer, keine Tischreservierung für das gemeinsame Lieblingsrestaurant in der Tasche hat, dann ist der Abend doch schon gelaufen bevor er überhaupt angefangen hat.

Eigentlich wollte ich heute über die schönsten DIY Ideen zum Valentinstag schreiben – inklusive ausgefallener Ideen für Tischdekoration, Outfit und Rezepte… Aber wisst ihr was, mich nervt das. Nun bin ich wahrscheinlich eh nicht so der superromantische Typ, aber ich verstehe auch einfach nicht, warum mein Mann mir an genau diesem einen Tag seine Liebe offenbaren sollte. An dem Tag, an dem die Restaurants und Babysitter schon Wochen im Voraus ausgebucht sind, an dem alles 3x teurer ist als sonst und jeder so tut als müssten einem die Herzen quasi aus den Augen springen und das Liebesglück aus der Seele leuchten. Was bitte ist denn dann an den anderen 364 Tagen im Jahr? Hat das männliche Geschlecht dann den Freifahrschein für Unaufmerksamkeit und fehlende Liebesbekundigungen? Also meiner nicht! Ich freue mich doch auch 1000x mehr über einen Blumenstrauß, der unerwartet kommt als über einen, von dem ich erwarte, dass er am Abend auch ja meine Vase zieren wird, die ich schon mal mit Wasser gefüllt bereit gestellt habe, um dann schneller im Restaurant meiner Träume zu sitzen. Auf dem Teller natürlich Nudeln in Herzform und in den Gläsern rosa gefärbte Drinks.

Und denkt denn eigentlich überhaupt niemand an all die Singles, die alleinerziehenden Mütter oder frisch getrennten Paare? Ich erinnere mich noch sehr gut daran wie das war. Als ob man sich nicht eh schon an viel zu vielen Tagen im Jahr alleine fühlt, bohrt dieser 14. Februar dann nochmal so richtig in der offenen Wunde. Keine Einladung ins Restaurant, keine Blumen, keine romantischen Geschenke und selbstgebastelte Herzen oder rote Luftballons. Manchmal habe ich schon fast das Gefühl, dass der Valentinstag, rein kommerziell betrachtet, eigentlich gar nicht den Verliebten gilt, sondern eher für die gerade leider nicht Verliebten ins Leben gerufen wurde. Diese nämlich kurbeln die Wirtschaft nicht nur mit dem Kauf einer einzelnen roten Rose und einer Packung Pralinen in Herzform an und denken, damit ihren Tribut als Zeichen für ihre Liebe erledigt zu haben. Nein! Die decken sich für das eigene Wohlbefinden gleich komplett mit einem ganz neuen Outfit inklusive Schuhe und Tasche ein, schlagen ohne schlechtes Gewissen mal wieder so richtig in der Beautyabteilung zu, laden sich einen romantischen Film runter und gönnen sich zur Feier des Tages statt Prosecco mal Champagner, um sich dann am Abend mit Allerlei aus dem Feinkostladen von nebenan und reichlich Schokolade in verschiedenen Variationen im ebenfalls neu gekauftem und wahnsinnig schickem Onesie aufs Sofa zu lümmeln – denn natürlich hat die Diät an diesem Tag Pause. Ich nenne das, moderne Me-Time á la Valentinstag und eines ist sicher, enttäuscht werden diese Frauen am Abend ganz sicher nicht sein, denn der Tag ist genauso gelaufen wie sie es erwartet haben – vielleicht sogar noch besser.

Nicht, dass das für mich überhaupt relevant wäre, denn mein Mann ist ja unter der Woche gar nicht da und das „große Glück“, dass der Valentinstag auf ein Wochenende fällt, ereilt uns nur alle paar Jahre. Ich werde mich also am Dienstag der Gruppe der Singles anschliessen und mir genau das – mit weniger Champagner, dafür glücklich mit Baby im Arm – gönnen. Reichlich Me-Time. Und ich weiß schon jetzt, es wird ein ganz wundervoller Abend werden!

Sollte es dennoch klingeln und ein Blumenbote an der Tür stehen, werde ich selbstverständlich meine schönste Vase aus dem Schrank holen und mich an dem Anblick frischer Blumen erfreuen.

Janine George

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