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Wenn der Sohn ohne Vater…

Es ist ein Thema, über das ich nur selten rede, denn es existiert in unserem Leben (außer wenn mal wieder ein Brief vom Familiengericht eintrudelt) so gut wie nicht.

Vorab muss ich sagen, dass ich mit dem Erzeuger von Kasper nie liiert war, ich nenne ihn übrigens absichtlich nur Erzeuger. Wie dem auch sei, 3 Wochen nach dieser „verhängnisvollen“ Nacht wusste ich, dass ich schwanger bin.

Ich informierte ihn per Nachricht über die jüngsten Ereignisse, da er sich zu diesem Zeitpunkt im Ausland aufhielt. Der nächste Kracher sollte sofort folgen, denn nachdem ich ihm eröffnet hatte, dass ich schwanger sei, lies er die Bombe platzen und erzählte mir, dass er eigentlich eine Freundin hatte und wir aus dem Embryo in meinem Bauch besser eine Hormoncreme machen sollten. Er versuchte mir einzureden, dass ich nicht in der Lage sei jetzt ein Kind zu bekommen, schließlich war ich weder fertig studiert, noch hatte ich Rücklagen geschaffen.

Ich aber wusste vom ersten Augenblick, dass eine Abtreibung für mich ausgeschlossen ist! Ich war gerade mit meiner Ausbildung fertig und alles, was ich zu diesem Zeitpunkt versuchte anzuhängen, fiel für mich in die Kategorie Weiterbildung/Bonus. Wie sich erst später rausstellte, war das Theater, das er seit diesem Tag betrieb um einiges anstrengender, als die vielen schlaflosen Nächte, die ich wegen Kasper hatte.

Es dauerte nicht lange und die Sache eskalierte maßlos, denn während ich mit Kugel in einem Café Getränke servierte um noch etwas extra zu verdienen, investierte er sein Geld lieber in diverse Partynächte und spätestens als ich mitbekam, dass er seiner Freundin immer noch nicht Bescheid gegeben hatte, wusste ich, mit was für einem Egoshooter ich hier das Vergnügen hatte. Zudem war ich die ganzen Frechheiten, Anschuldigungen und das Gejammer leid, also disponierte ich um.

Es war mir vom Prinzip her auch egal, ich hatte die Rechnung sowieso ohne ihn gemacht und als ich mich dazu entschied das Kind zu bekommen, war ich mir  im Klaren darüber, dass ich diesen Weg zu 80 Prozent alleine gehen würde und das war völlig ok für mich gewesen.

Ich sollte leider Recht behalten, denn als Kasper etwa 5 Monate alt war trudelte der erste Brief bei uns ein. Er hatte einen Anwalt für Straßenrecht und Verkehr damit beauftragt, seine Rechte zu waren. Ich weiß bis heute nicht, ob man ihn darüber aufgeklärt hat, dass Verkehrsrecht nicht mit Geschlechtsverkehr zu tun hat, aber ok. Ich wusste natürlich, dass dieses lächerliche Schreiben ein Versuch der Machtdemonstration war, denn an einer Klärung war er nicht interessiert, jegliche Versuche ihn außergerichtlich von einem Vaterschaftstest zu überzeugen schlugen fehl.

Vor Gericht erschien unser Held dann mit Mutti, die sich bei mir als „Mama von…“ vorstellte. Ich muss zugeben, abgesehen davon, dass ich das Gefühl hatte auf einem Elternabend gelandet zu sein, war dieser Moment für mich ein innerliches Blumen pflücken, denn unser großer Held, der immer betonte was für eine Sch**** ich sei und er mich fertig machen würde, brauchte vor Gericht seine Mami.

Per Gericht wurde dann ein Beschluss zur Aufklärung der Vaterschaft geltend gemacht, Kasper war zu diesem Zeipunkt ca 7 Monate alt. Den Termin für besagtes Abstammungsverfahren zog er aber natürlich auch, wie sollte es anders sein, künstlich in die Länge und das Ergebnis kam somit erst kurz vor Kaspers erstem Geburtstag. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er sich weder für Kasper interessiert, noch Unterhalt gezahlt.

Natürlich war er entgegengesetzt seiner Reden, die er öffentlich gehalten hatte, der Vater von Kasper. Den darauffolgenden Gerichtstermin zur Anerkennung der Vaterschaft ignorierte er aber wieder. Nach seinem Sohn hat er bis heute nicht gefragt, zahlt aber mittlerweile den Mindestunterhalt für ihn.

Ich weiß, dass er uns noch einige Probleme bereiten wird, denn irgendwann wird ihm bewusst werden, dass er einen Sohn hat und spätestens dann wird er sich halbherzig versuchen in Kasper’s Leben einzubringen.

Ich bin wütend von hier bis zum Mond und wieder zurück, doch ich würde ihm nie den Kontakt verwehren, denn das Recht dazu habe ich nicht.

Wenn ich mir Kasper ansehe zerreißt es mich, denn er hätte es verdient einen Vater zu haben, der sich ernsthaft für ihn begeistert und an seinem Leben interessiert ist.

Für mich ist das fast die größte Hürde, denn ich weiß, egal wie viel Mühe ich mir als Mutter gebe um dieses Defizit ausgleichen, dass es nie ganz reichen und Kasper irgendwann begreifen wird, dass sein Vater sich nicht für ihn interessiert, und es zerreißt mich dass ich nichts dagegen tun kann.

Wir möchten uns ganz herzlich bei dir bedanken Katharina. Ein sehr emotionaler und ehrlicher Einblick in euer Leben.

Wollt ihr mehr von Katharina lesen? www.cruchedevinaigre.deInsta / Facebook

Gast Mumlife

  • Azra

    Hut ab liebe Katharina! Du bist eine wunderbare und starke Persönlichkeit und hast nur das Beste verdient. Alles Liebe, von Herzen.

    15. April 2016 at 9:11 PM Antworten
  • Katja (Mamatized.com)

    Beeindruckend, was für eine starke Persönlichkeit du bist, liebe Katharina! Ich glaube übrigens sehr fest daran, dass ein fehlender Vater ersetzt werden kann undich finde es wunderschön und wirklich bemerkenswert, dass du sagst, dass du den Kontakt zulassen würdest! Respekt!

    15. April 2016 at 9:54 PM Antworten

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