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Eine von Vielen – Wohnungsmarkt in Hamburg

Seit Mitte Januar gehören wir zu einer ganz speziellen Sorte Mensch. Mindestens zehn mal täglich öffne ich meine Immobilien-Apps und aktualisiere meinen Suchauftrag, denn die E-mail-Benachrichtigung “Wir haben eine passende Immobilie für sie gefunden” kommt in der Regel erst nach einigen Stunden. Irgendwie auch klar, wenn man nur 12.756 in der Liste der Suchenden ist. #spassbeiseite Aber manchmal können genau diese Stunden über ein Schicksal entscheiden.

Wer von euch kann sich noch daran erinnern: Meinen Freudenschrei, als wir uns auf die erste Wohnung beworben hatten, die wirklich zu uns passte und dann auch noch den Anruf des Maklers erhielten, wir seien die Auserwählten. Mein Mann reichte einen Tag Urlaub ein, wir fuhren in die Hansestadt um den Mietvertrag zu unterzeichnen. Als die Tinte trocken war, stiegen wir ins Auto und speicherten “unsere neue Wohnung” direkt im Navi ein. Am Abend kamen Freunde und wir stießen an. Auf die Perle, die Lage und den Platz. Auf unser neues Zuhause.

Wir haben schnell gelernt, dass große Wohnungen mit ausreichend Quadratmetern in Hamburg (dort wo eben alle wohnen wollen) nicht wirklich existieren. Nein, falsch. Sie existieren, aber dann darf man auch gleich ganz tief in die Tasche greifen und 4.500€ zahlen, zuzüglich Nebenkosten, versteht sich. Sorry, da sind wir raus. Es müsste doch auch möglich sein, eine Wohnung zu finden, die eben nicht mit Marmor und Alsterblick serviert wird, denn auf goldene Wasserhähne können wir gut und gerne verzichten.

Der Traum unserer neuen Wohnung zerplatze leider schon nach 7 Tagen. Während wir auf unsere Ausfertigung für den vom Vermieter unterzeichneten Vertrag warteten, überlegte es sich dieser doch noch mal anders – es hätte sich ein Freund gemeldet und bräuchte dringend diese Wohnung. Die Wohnung, die wir bereits unterschrieben hatten. Man teile uns kurz telefonisch mit, dass der Vertrag nicht zustande käm. Da standen wir wieder, ohne Wohnung und mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch. #dankefürnichts

Und so lauern wir wieder in Warteposition, schauen mehrfach kam Tag bei den einschlägigen Immobilienanbietern, bereit um wieder direkt zuzuschlagen, sobald sich einen neue Immobilien in der langen Liste einreiht. Für uns heißt es jedes Mal von Hannover nach Hamburg fahren um nach einer Besichtigung kurz zu entscheiden, ob wir dort wirklich wohnen wollen, ob wir dort überhaupt alle unserer Möbel unterkämen oder ob wir uns von dem einen oder andern Objekt trennen müssen. So viel Ungewissheit, die an unseren Nerven zerrt… Wir sind inzwischen gut bewaffnet. Man muss sich nackt machen, beinahe alles wird von einem erwartet. Selbstauskunft, Bonitätsprüfung, kurzes Anschreiben, und bitte legt doch noch einige Bilder von euch bei. Aber was tut man nicht alles, für ein neues Zuhause?

Und dann ist da ja auch noch der Flügel… Sobald klar ist, dass er nicht in die Wohnung transportiert werden kann, ist sie in der Regel raus. Alle Optionen, ob getragen oder gekrant, müssen also zuvor geprüft werden. Häufig jedoch mit der Erkenntnis, dass er hier nicht rein passe, weder durch das Treppenhaus, noch per Kran, weil entweder der Balkon zu groß ist oder eine Überdachung hat.

Eine tolle Wohnung wurde vor kurzem in Groß Flottbeck angeboten. Von einer etwas höheren Abschlagssumme war die Rede. Ok, ein paar Einbauten vom Tischler, eine Küche, hier und da angepasste Gardinenstangen. Als wir erfuhren, dass es sich dabei jedoch um 18.000 € sein sollten, bin ich fast hinten übergekippt. Der Mieter hatte die Wohnung aufwendig renoviert. Für seinen Lebenstraum mit Garten zahlte er damals für Handwerker und Material sage und schreibe 36.000 €. Ich muss euch jetzt nicht sagen, dass die Wohnung natürlich ein Traum war, aber, Entschuldigung, wer macht denn so etwas? Die Wohnung war genau acht Tage auf dem Markt, dann fand sich ein Opfer, jemand der mutmaßlich schon seit ewigen Zeiten sucht und in den sauren Apfel gebissen hat. #soverzweifeltbinichdanndochnicht

Gestern erhielten wir wieder eine Absage und die Wohnung wäre wirklich zu schön gewesen um wahr zu sein. Um den Ansturm gering zu halten, waren die Fotos wirklich schlecht und nur aus der Beschreibung ließ sich erahnen, dass sich dahinter eine echte Perle verbergen muss. So war es dann, doch den Vertrag haben die anderen bekommen. #dazumussichjetztnichtsagen #ihrkoennteuchmeingesichtvorstellen

Ich hoffe sehr, dass wir in den kommenden Wochen eine dauerhafte Bleibe für uns in Hamburg finden. Etwas, das gut zu uns und unserem Laben passt. Wir wohnen so schön in Hannover, es muss doch möglich sein, auch in der Hansestadt eine neue Bleibe zu finden. Drückt uns also bitte unbedingt die Daumen, halten Augen und Ohren offen, denn mein Nervenkostüm weißt deutliche Tragespuren auf…

#dankefürszuhören

Küsschen eure Lori

 

Lorraine Wilhelm

<p>Hi, ich bin Lorraine… Die meisten nennen mich Lori. Wir leben Patchwork 3.0 und bis vor kurzem war ich eine reine Jungsmutter. Buden bauen, Klettern und Fußball spielen kann ich schon seit Jahren. Im Oktober kam unsere kleine Frieda zu uns und nun entdecke ich nicht nur das Leben mit einem Nesthäkchen und dem alltäglichen Wahnsinn unserer zusammengewürfelten Familie, sondern außerdem das Abenteuer Mädchenmama. Schön, dass du da bist! Deine Lori</p>

  • lexigo

    Liebe Lori,
    ich kann eure Wohnungssuche sehr gut nachempfinden, denn auch wir sind seit (ich will dich wirklich nicht entmutigen) 8 Monaten auf Haussuche. Zwar nicht in Hamburg, aber diese kleine Stadt bei Heidelberg hat einen mindestens genauso gefragten Wohnungsmarkt wie Hamburg & Co. Die guten Angebote schaffen es meist gar nicht erst ins Internet, weil sobald das jemand spitz kriegt, stehen die Leute vor der Tür. So sind wir aber endlich nach langer Suche über einen Arbeitskollegen fündig geworden. Auch dieses Haus war also gar nicht erst auf dem Markt. Wir hatten wirklich Glück, denn die Vermieter wollten die Miete über 20% erhöhen – nicht mit uns. Voller Enttäuschung haben wir also ein Gegenangebot gemacht wohlweislich dass wir das Haus nun an einen der anderen 10 Bewerber abgeben müssen, die sich auch schon gemeldet hatten. Als dann drei Tage später die Zusage kam, waren wir zunächst so überrascht, dass die Freude noch einen Tag warten musste. In einer Videokonferenz haben wir mit dem Ehepaar gesprochen und haben den Mann wohl so überzeugt, dass er unbedingt uns als Mieter wollte auch wenn einer der anderen bestimmt diese Erhöhung mitgemacht hätte, wie die Frau nochmal betont hat. Was ich dir mit dieser Geschichte sagen will: Kopf hoch! Eure Wohnung wartet auf euch – es wird sich etwas finden!!! Vitamin B und Kontakte helfen sicher, vielleicht selber eine besondere Anzeige schalten. Ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass ihr schnell etwas findet

    27. März 2017 at 7:30 AM Antworten
  • Lea

    1 Jahr lang haben wir in Stuttgart nach einer 4 Zimmer Wohnung gesucht, wir haben uns komplett “nackig” gemacht vor den Vermietern, wir sind auch noch nach der 50 Absage motiviert an die Sache rangegangen… aber irgendwann haben wir resigniert. Jedemal gingen die Wohnungen an Alleinstehende oder maximal sehr gut verdienende Paare, aber eine kleine Familie?! Im Sommer ziehen wir um, in ein Häuschen ein paar außerhalb der Stadt, mit Garten, Kindern in den Nachbarhäusern und allem was man sich wünscht. Und wir fragen und warum wir uns dafür erst ein Jahr schikanieren lassen mussten.

    29. März 2017 at 12:20 PM Antworten

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  • Oh nein ich habe wirklich felsenfest gedacht dass ich diehellip
  • Fr den gestrigen Tag unserer mxczweiteradvent mchte ich gern deinenhellip
  • Die wohl lustigsten mxcverpackungsopfer bekommen heut ein Ehrenbad auf unseremhellip
  • Ups da wren uns fast die Pltzchen durchgegangen mumlifexmaschallenge mxcweihnachtsbckereihellip
  • Und eure schne Deko von gestern braucht natrlich auch nochhellip