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Von Viren und der Verantwortung, die Eltern tragen (sollten)!

„Kindergarten ist ein irreführender Begriff. Killerviren-Zuchtanstalt trifft es eher.“

Musste ich vor einigen Wochen, als mir dieses Zitat auf Instagram begegnete noch schmunzeln, macht es mich heute hingegen traurig und wütend. Traurig, weil ich mein bisher immer gesundes Kind offenbar nicht schützen kann. Nicht schützen kann vor Menschen, die ihre Rolle als Eltern und die damit einhergehende Verantwortung wohl nicht ernst genug zu nehmen scheinen und offenbar sorglos mit den Erkrankungen ihres Kindes/ ihrer Kinder umgehen. Erkrankungen, die ihr Kind/ ihre Kinder an all die anderen Kinder und auch die Erzieherinnen und Erzieher in der betreuenden Einrichtung weitergeben. Erkrankungen, die sich hartnäckig halten und nicht selten ganze Familien – jene mit alten und ohnehin geschwächten Familienmitgliedern oder gar Schwangeren und Neugeborenen sind im Besonderen betroffen – flach legen. Und das, genau das macht mich wütend. Irre wütend! – Ben ist seit inzwischen knapp vier Monaten ein KiTa-Kind und hatte seitdem bereits das Drei-Tage-Fieber, den Norovirus, einen Fieberinfekt, unzählige grippale Infekte und aktuell eine Bindehautentzündung. DANKESCHÖN!

Mir ist wohl bewusst, dass die Inkubationszeiten sämtlicher Kinderkrankheiten sehr unterschiedlich ausfallen und die Gefahr einer Ansteckung in den meisten Fällen bereits vor den ersten Symptomen sehr hoch ist, dennoch bin ich der Meinung, dass jede Mutter und jeder Vater ihr Kind/ ihre Kinder kennen (sollten)! Man muss doch merken oder gar sehen, dass sich das eigene Kind, wenn es etwas ausbrütet, alles andere als normal verhält. Und sind wir mal ehrlich, ganz abgesehen von der Verantwortung, die man im Fall der Fremdbetreuung auch für alle anderen zur betreuenden Einrichtung gehörigen Personen trägt, wer bitte hat so wenig Herz, sein kränkelndes Kind, das in diesem Zustand selbstverständlich mehr Liebe als denn je verlangt, ‚abzuschieben‘?
Ja, ich weiß. Das Gros der Eltern, die ihre Kinder fremd betreuen lassen sind berufstätig und auf diese Betreuung angewiesen. Auch mein Mann und ich sind es. Ja, ich weiß. Es ist mehr als unangenehm, den eigenen Vorgesetzten immer und immer wieder erklären zu müssen, wieso, weshalb, warum, man schon wieder Fehlzeiten für das Kind/ die Kinder beanspruchen muss. Ja, ich weiß. Auch wir haben es satt, ständig im Wartezimmer der Kinderarztpraxis oder an den Wochenenden gar in der Kinderklinik Platz zu nehmen. Dennoch ist es unsere Pflicht, denn wir tragen die volle Verantwortung für unser Kind und haben Sorge dafür zu tragen, dass es optimal behandelt wird und einer schnellen Genesung somit nichts im Wege steht! Und ich muss sagen, inzwischen vertrete ich als ursprünglich bekennender Naturheilkunde-Fan, wenn man es denn so nennen kann, die Ansicht, dass ein Arztbesuch zu viel besser ist, als einer zu wenig!
Denn was bringt es eurem Kind/ euren Kindern und all den anderen, wenn Krankheiten verschleppt werden? Nichts! Ganz im Gegenteil, sie beißen sich fest und man bekommt sie nur mit Mühe und Not des Hauses verwiesen. (In unserem Fall wurde die Krippe – Gott sei Dank – sogar vom zuständigen Gesundheitsamt geschlossen!) Zumal das Immunsystem aller Betroffenen immer mehr geschwächt wird, was zur Folge hat, dass neue Krankheiten auf das stoßen, was sie geradezu suchen: Angriffsfläche, viel Angriffsfläche! Und genau diese sollten wir ihnen unter keinen Umständen bieten. Dies wird jedoch nur gelingen, wenn wir Eltern ALLE zusammen an einem Strang ziehen. Wenn wir Krankheiten, seien es anfänglich auch nur Vermutungen, offen kommunizieren. Wenn wir uns gegenseitig unterstützen. Und wenn wir die gemeinschaftliche Verantwortung für die Gesundheit unserer Kinder als höchstes Gut betrachten!

Es muss doch möglich sein, gewisse Regeln, wie beispielsweise die Handhygiene, die eigentlich (!) bereits jedes kleine Kind beigebracht bekommen sollte, zu beachten. – Wenn ich allerdings höre, dass selbst Erwachsene diese nicht zu beherrschen scheinen und das Händewaschen nach dem Toilettengang offenbar als überflüssig ansehen, wird mir schlecht. Bitte entschuldigt diese Ausdrucksweise, solch ausgelassene Handlung bringt mich jedoch wortwörtlich schier zum ‚kotzen‘! –
Es muss doch möglich sein Gefahren, die man im Alltag leicht umgehen kann, zu erkennen. Es muss doch möglich sein, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen?
Zugegeben, es mag schwer fallen, die Verantwortung für x Menschen auf sich zu nehmen, wenn jeder jedoch nach bestem Wissen und Gewissen bei sich selbst und seinem Kind/ seinen Kindern beginnt, so ist meiner Meinung nach der erste Schritt für eine einigermaßen gesunde KiTa- und Schulzeit getan!

Daher mein Appell an all die Eltern, die aus Angst vor ihrem Arbeitgeber oder dem Zwang bei Terminen erscheinnen zu müssen, ihr Kind krank in fremde Hände geben, tut es nicht. Bitte! Per Gesetz stehen jedem Elternteil jährlich zusätzlich 10 Krankheitstage für das eigene Kind zu, Alleinerziehenden sogar die vollen 20. Diese Krankheitstage fallen auch weder euch, noch eurem Arbeitgeber finanziell zur Last. – Die Krankenkasse übernimmt diese. Also nehmt euch bitte die Zeit, die euer Kind braucht und lasst es gesund werden. Vollkommen gesund werden. Es wird es euch danken! Und ihr werdet sehen, geht es fit wieder zur KiTa oder in die Schule, wird es auch länger gesund bleiben, als wäre es noch immer angeschlagen. – Eine Win-Win-Situation. Für alle Beteiligten!

In diesem Sinne, bleibt gesund ihr Lieben! Vor allem für und an Weihnachten. – Ist Gesundheit doch das wahrlich größte Geschenk!

(Das Ben Kind wird im übrigen die komplette kommende Woche die KiTa ’schwänzen‘, um mit den Weihnachtsfeiern die dreiwöchige Pause zu nutzen, um das durch den Norovirus und der aktuellen Bindehautentzündung ohnehin geschwächte Immunsystem wieder vollends aufzubauen und dann mit voller Kraft im neuen Jahr wieder in den KiTa-Alltag starten zu können!)

Anna Hilgendorf

  • Schlemanie

    Schwieriges Thema. Ich glaube niemand gibt freiwillig sein krankes Kind in der Einrichtung ab.
    Es gibt aber auch ein großes Aber : denn man muss bedenken, das das Immunsystem der kleinen Racker erst bei Null,Null anfängt. Es kennt ja noch nix. Alles muss erstmal gebildet werden, also die ganzen Antigene. Und wenn man bedenkt das es allein schon über 200 verschieden Keime gibt, die Schnupfen (also die bekannt sind) auslösen können, und die meisten davon sich aber so evolutionär entwickelt haben das sie sich auch noch ein Tarnkappe aufsetzen, dann kann sich jeder selbst ausmalen, wie oft das Kind dann noch gesund ist.
    Jeder sollte auch mal bei sich selbst beobachten, wie oft man sich ins Gesicht fässt… dazu kommt noch das Kinder gern alles in den Mund nehmen. Wie oft desinfiziert man sein Handy? Und wie oft sagt man „Hand vorm Mund beim Huste/Niesen“. Fataler Fehler, sondern lieber in die Armbeuge.
    Dann sind auch noch so viele Kinder auf engem Raum + Heizungsluft + wenig durchlüften…. sogar als Erwachsener steckt man sich dann ständig an den Kindern an.

    Wir dürfen dabei aber nie vergessen, dass auch wenn es wirklich kein Zuckerschlecken ist, ein krankes Kind zu pflegen oder wenn man selbst krank ist ( Veides zusammen ist dann eher die Hölle auf Erden) das es doch sehr sehr wichtig ist für unseren Körper. Der ist dafür so ausgelegt. Und heutzutage ist die Hygienstandart schon sehr hoch. Sodass es eher schon ins Gegenteil umschlägt und unser Immunsystem sich anfängt zu langweilen ( Allergie Theorie).

    Ein schöner Schlusssatz fällt mir nicht ein … nur Gute Besserung an alle kranken Kinder und starke Nerven für die Muddis

    21. März 2017 at 11:05 PM Antworten

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  • Also wenn ihr noch Frhstcksinspirationen fr morgen sucht oder auchhellip
  • Na wer kennt diese beiden sympathischen Mdels? Richtig das sindhellip
  • Da ihn das Ignorieren nur noch wtender macht und seinhellip