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Reisen mit schwangerer Frau – geht das?

Nee, nee, nicht mit mir, ich habe mir gedacht „hey, was machen wir besonders gerne?“ – Genau, gemeinsam Zeit verbringen und neue Dinge und Orte entdecken. Gesagt, getan. Also habe ich kurz ein paar Urlaubsziele im Internet gecheckt und bin schnell auf Amsterdam gekommen, denn ich wusste, dass es ihr die Stadt angetan hat. Aber nur die Reise? Wieso sollte ich da nicht noch etwas Nutzen für mich draus ziehen? Ich muss gestehen, dass ich liebend gerne esse (meine Frau auch, nur bei ihr sieht man das NIE). Also machte ich mich schlau und reservierte im Vorfeld Tische in den drei hippsten Restaurants der Stadt. Bäääm, das Geschenk wird ein Treffer.

Kurze Zeit später, Anfang 2015, haben wir gespannt auf den Schwangerschaftstest geschaut und konnten es kaum fassen – dazu vielleicht irgendwann mal mehr an anderer Stelle. Kommen wir zum eigentlichen Thema zurück, Reisen mit einer schwangeren Frau.

Ende Januar brachen wir dann gemeinsam von Berlin auf und freuten uns auf den Trip. Anne war mittlerweile in der achten SSW und hatte keinerlei übliche Schwangerschaftsbeschwerden, wie Übelkeit oder jegliches Unwohlsein. Glück gehabt, dachte ich mir, dann wird das ja ein sehr entspannter Trip. Denkste, denn es kommt immer 1.) anders und 2.) als man denkt.

Kaum waren wir in Amsterdam angekommen und machten uns auf zu unserem Hotel, wurde Anne müde, müüüüde, wirklich müüüüüüüde. Gut, eigentlich nicht unüblich, startete unser Flieger doch schon morgens um 7 Uhr von Berlin Schönefeld. Also ab ins Hotel, Kräfte sammeln, ein kurzes Schläfchen und dann geht’s aber los, die Stadt erkunden. Doch da machte mir mein kleines Pünktchen (wie wir unser #supergirlminou noch im Bauch nannten) einen Strich durch die Rechnung. Anne verfiel in einen Dornröschenschlaf und hätte ich sie nicht nach gefühlt 100 Jahren wachgeküsst, bin ich mir sicher, sie hätte wahrscheinlich die Geburt verschlafen. Nachdem sie dann wieder zu sich gekommen war und wir uns frisch gemacht hatten, gingen wir raus in die Stadt und schlenderten durch die schönen Gassen und Grachten von Amsterdam. Anne bekam dann auch langsam ein flaues Gefühl in der Magengegend, was verständlich war, denn das unsägliche Brötchen der Fluglinie war das letzte Nahrhafte, was wir zu uns genommen hatten. Wir suchten uns einen vegetarischen Laden (meine Frau ist Vegetarierin) und bestellten beide ein Sandwich. Während ich dachte, das Sandwich sei der Himmel auf Erden – es gab ein Avocado-Sandwich mit Ei und allerlei gebratenem Gemüse – schmeckte Anne das Sandwich irgendwie nicht, dafür aber der frisch gespresste Orangensaft. Hmm, ich machte mir nicht wirklich weiter Gedanken darüber, sondern konnte mich auch an Annes Sandwich noch erfreuen. Wir erkundeten noch ein wenig die Umgebung des Hotels, bevor wir uns dann für den ersten Restaurantbesuch fertig machten. Die kulinarische Reise ging in das Restaurant Izakaya, ein asiatisches Restaurant, das für seine Sushi-Variationen bekannt sein sollte und wir beide lieben Sushi, zumindest war das früher immer so. Denn Anne hatte wieder ein flaues Gefühl im Magen. Wir beide waren uns sicher, es lag einfach daran, dass sie Hunger haben müsse, denn nachdem sie das Sandwich verschmähte, hatte sie nichts weiter zu sich genommen außer? – Ja richtig, frisch gepressten Orangensaft.

Gut, nachdem uns unser Taxifahrer zum Restaurant brachte, bestellte ich einmal die Karte hoch und runter, nur Anne hatte auf nichts wirklich Appetit, bestellte doch eine Kleinigkeit, die sie nicht ganz aufgegessen hat und natürlich frisch gepressten Orangensaft. Ich kann euch sagen, das Essen war ein Gedicht, zumindest für mich. Für den Rückweg ins Hotel entschieden wir uns zu laufen, da diese Januarnacht sehr mild war und wir Amsterdam so noch ein wenig bei Nacht sehen würden. Wie sich im Nachhinein herausstellte, auch nicht die beste Idee, denn neben Tulpen und Grachten ist Amsterdam auch bekannt für seine unendlich vielen Coffeeshops. In allen Gassen, die wir durchquerten, befand sich auch fast immer einer dieser Shops, deren süßlicher Duft von den allerlei berauschenden Mitteln, die dort konsumiert werden können, Anne nicht wirklich bekam. Ihr wurde wieder sehr übel.

Am nächsten Tag machten wir uns früh auf den Weg weiter die Stadt zu erkunden und uns ein kleines schönes Café für ein tolles Frühstück zu suchen. Wir fanden schnell etwas Nettes, nur Anne hatte mal wieder keinen Appetit… außer? – Richtig, auf frisch gepressten Orangensaft. Das war dann auch der Zeitpunkt, an dem ich angefangen habe, intensiv über Schwangerschaften zu lesen, natürlich zunächst auf dem Smartphone, um den Grund für Annes Appetitlosigkeit und die andauernde Müdigkeit zu ergründen. Ich habe so viele Infos gesammelt, wie es während des Frühstücks möglich war und unter anderem vom Hormon HCG gelesen. Diese Symptome schienen wohl „normal“ zu sein. Aber ich änderte meine Taktik, denn ich habe auch vom abfallenden Insulinspiegel gelesen. Also kaufte ich bei der nächsten Gelegenheit frisch gepressten O-Saft to go und Kekse mit Schokolade. Anne hatte zwar auch darauf nicht wirklich Appetit, aber ich versuchte, sie in regelmäßigen Abständen mit Keksen zu „füttern“. Meine Taktik ging auf, nur gegen die andauernde Müdigkeit konnte ich nichts tun, Anne war wie eine hungrige Löwin auf der Suche nach Beute, nur ihre Beute waren bequeme Sessel oder Sofas (selbst beim Shopping), in denen sie kurz ruhen konnte. Aber NEIN, sie hat NIE geschlafen.

Ich habe dann schnell eingesehen, dass es keinen Sinn macht, die Tour wie geplant durchzuziehen. Also ab zurück ins Hotel und den „Plan“ überarbeiten. Anne konnte an der neuen Ideenfindung nicht wirklich teilnehmen, weil sie eingeschlafen ist. Naja, nicht schlimm, dachte ich, Hauptsache Anne und Pünktchen geht es gut und unser Hotelzimmer galt für uns somit auch als eine Sehenswürdigkeit von Amsterdam.

So wurden die Restaurantbesuche im BoCinq (spektakuläre Crossover-Küche) und im L`invite (bekannt für die französische Küche) gegen Grachtenfahrten (natürlich mit Keksen und O-Saft) und spontane Besuche im Waffelhaus getauscht. Da schien er zu platzen, mein Traum vom „perfect dining“, jedoch erlebten wir andere schöne Dinge, wie der Besuch des „Albert-Cuyp-Marktes“, auf dem es neben den ganzen Antiquitäten und Kuriositäten zum Glück auch an jeder Ecke frisch gepressten O-Saft gab. Wir besuchten natürlich auch das „Anne-Frank-Haus“, von dem wir leider etwas enttäuscht waren, da unendliche Touristenmassen durchgeschleust werden und man so kaum die Zeit findet, die Geschichte wirklich zu erleben. Die kleinen Räume und vielen Menschen waren auch nicht gerade gut für das flaue Gefühl in Annes Bauch. Unser absolutes Highlight möchte ich euch nicht vorenthalten: es ist so einfach wie auch schön – für uns gab es nichts Schöneres, als durch die Gassen zu schlendern und den einzigartigen Spirit der Stadt aufzusaugen. Natürlich blickte Anne dabei auch immer mal in vorbeifahrende Kinderwagen oder erstaunt auf fortgeschrittene Schwangerenbäuche, die plötzlich ÜBERALL waren.

Fazit: Reisen mit schwangerer Frau – geht das? – Ja und wie das geht! Es gibt halt nur ein paar kleine Einschränkungen. Jeder Mann sollte immer eine Ruhemöglichkeit für seine schwangere Frau in Reichweite haben, sowie Kekse und O-Saft, welcher natürlich durch die individuellen Gelüste eurer schwangeren Frau ausgetauscht werden kann.

So travel on…

Euer Bo

Gast Mumlife

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