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Familienbett

Vorsätze sind da, um gebrochen zu werden! – So oder so ähnlich heißt es doch? … Meinen Vorsatz hingegen, da war ich mir mehr als sicher, würde ich wie ‚geplant‘ umsetzen! – Dass man das Leben mit Kind nicht zu einhundert Prozent planen kann, hatte ich zu diesem Zeitpunkt vermutlich schon gehört, jedoch nicht direkt wahrhaben wollen. Heute, gute acht Monate später, wurde ich nicht nur ein Mal des besseren belehrt!

Aber, zurück zu meinem Vorsatz. Mein Mann und ich hatten uns dazu entschieden, dass Neuankömmling Ben in den ersten Wochen in seinem Moses- Korb neben unserem Bett in unserem Schlafzimmer im ersten Obergeschoss schlafen sollte. Wir wollten ihn bei uns haben. Nahe bei uns haben, somit schied das Kinderzimmer im Erdgeschoss aus – vorerst! Denn nach wenigen Wochen, sagen wir drei bis vier, sollte Ben umziehen, so der ‚Plan‘. Wir wollten ihn keinesfalls loswerden, doch sollte er sich früh genug an sein eigenes Bett in seinem eigenen Zimmer gewöhnen und somit auch einen gewissen Rhythmus entwickeln. Dass dies völliger Quatsch ist weiß ich inzwischen! Ein Kind, ein Baby und vor allem ein Neugeborenes braucht Liebe! Bedingungslose Liebe, die all die Bedürfnisse, die dieses kleine Wesen mit sich bringt, erfüllt! Und so ist es doch gerade in den ersten Lebenswochen die Nähe, die eingefordert wird und ohne jegliche Einschränkung geteilt werden sollte! Dass die Flut an Hormonen, die einen als Mutter kurz nach der Geburt einholt und für DAS absolute Gefühlschaos verantwortlich ist, eh nichts anderes zulässt, muss ich euch wohl kaum erklären!

So kam es also, dass Ben die erste Nacht zu Hause, die zugleich auch die erste seines erst wenige Stunden alten Lebens war, zu Beginn in seinem Moses- Korb und nach der zweiten Stillpause in meinem Arm verbrachte! Wir wachten morgens somit zu dritt in unserem nur ein Meter vierzig breitem Bett auf und hätten glücklicher nicht sein können. Wir, als richtige kleine Familie auf nur wenigen Quadratmetern vereint. Es war perfekt!

Die kommenden Nächte schlief Ben weiterhin zuerst neben und später dann zwischen uns. Und ja, ich war zufrieden. Sehr zufrieden! Hatten wir es doch ganz gut getroffen. Schließlich gibt es Baby’s, die sich gar nicht ablegen lassen. Sicher, es gibt auch Baby’s die tatsächlich von Beginn an ‚alleine‘ schlafen. – Wie auch immer, jedes Baby ist individuell, auch wenn sich die Grundbedürfnisse nicht unterscheiden! Und so sehr ich die Mütter, deren Kinder alleine und dann vermutlich auch noch durchschlafen ‚bewundere‘ und beglückwünsche, so sehr möchte ich die Mütter, deren Kinder die Nähe zu ihnen stärker als die anderen einfordern bestärken, sich nicht beirren zu lassen! Es gibt kein richtig oder falsch! Und nur, weil beispielsweise die Nachbarin als positives Beispiel ihr ‚Vorzeigekind‘ anbringt, heißt es noch lange nicht, dass das Gegenteil negativ belastet sein muss! Wie es die liebe Janine bereits in ihrem letzten Beitrag so passend auf den Punkt gebracht hat, mit ‚Lieben nach Gefühl‘ kann man nur richtig liegen! Die Regeln bestimmt man selbst, zusammen mit dem eigenen Kind, dem eigenen Baby! Eine Mutter fühlt es, ganz intuitiv!

Und ich habe gefühlt, dass ich mein Baby bei mir haben möchte, Tag und Nacht!

Dass wir nach einer stürmischen und für Ben sehr unruhigen Nacht verpasst hatten, ihn wieder in seinen Moses- Korb zurückzulegen war nur anfangs ein Punkt, mit dem ich innerlich haderte. Hatte ich ihn in seiner Entwicklung gehindert oder gar zurückgeholt, da er inzwischen teils die ganze Nacht bei uns schlief? Nein! Denn es fühlte sich für mich richtig an, also war es das auch!

… Es kam jedoch recht schnell der Zeitpunkt, an dem eine Entscheidung getroffen werden musste, wurde Ben’s ‚Körbchen‘, wie wir es liebevoll nannten, doch allmählich zu klein für ihn! Er sollte in sein eigenes Bett umziehen, aber nein nein, nicht in sein eigenes Zimmer, in unser Schlafzimmer! Das Bett war im Erdgeschoss also recht schnell ab- und im ersten Obergeschoss neben meiner Bettseite, als eine Art großes Beistellbett, wieder aufgebaut! Und siehe da, ganz ohne Druck schlief Ben sogar von alleine in seinem Bett ein! Hatte er nachts Hunger oder gar das Bedürfnis nach Nähe, rollte er sich ganz selbstverständlich zu mir rüber.

Und dann, dann kamen die Zähne. Was heißt sie kamen… Sie kündigen sich seit nunmehr über zwei Monaten an. Was bedeutet, dass Ben seitdem wieder in unserer Bettmitte Platz genommen hat und das im wahrsten Sinne des Wortes! Während mein Mann und ich am äußersten Rand des Bettes schlafen – ein Glück habe ich mit Ben’s Bett immerhin eine kleine Ausweichmöglichkeit – macht er es sich, auf sicher über der Hälfte des Bettes, gemütlich! Mit seinen Füßen im Gesicht aufzuwachen? – Absolut keine Seltenheit! Für mich dennoch nicht DER triftige Grund ihn des Bettes zu verweisen. Er scheint nach wie vor und momentan wieder vermehrt die Nähe zu brauchen! Und genau die soll er auch bekommen! – Solange wie nötig!

Nein, natürlich möchten wir in achtzehn Jahren nicht gemeinsam mit unserem Sohn und seiner Freundin das Ehebett teilen, doch möchten wir ihm die Zeit geben, die er braucht! … Bis zu einem Jahr, so die Fachliteratur, ist dies auch vollkommen gerechtfertigt! Wir haben also noch Zeit. Ben hat noch Zeit. Zeit, die Liebe zu seinem eigenen Bett ’neu‘ zu entdecken! Und das wird er, da bin ich mir sicher!

Nun meine ‚Bitte‘ an euch! –

Holt euch bestenfalls ‚Anregungen‘, aber lasst euch nicht verunsichern! Familienmitglieder und Bekannte mögen ihre Erfahrungen gemacht haben, ihre eigenen Erfahrungen! Erfahrungen, die ihr selbst machen müsst! Hört auf euer Herz und unterstützt euer Kind. Ganz egal, ob es in seinem eigenen Zimmer, im Elternschlafzimmer oder gar im Eltern-/ Familienbett schläft. Mit viel Liebe und Verständnis könnt ihr ausnahmslos die richtige Entscheidung treffen! Schließlich kennt eine Mutter ihr eigenes Kind, ihr Baby, am besten. Besser, als alle gut gemeinten Ratschläge ‚fremder‘ Menschen und erst recht besser, als vor Jahrzehnten entwickelte und längst überholte Schlaflernprogramme!

In diesem Sinne, habt noch einen schönen Abend und eine ‚Gute Nacht‘ – wie und wo auch immer! <3

 

Anna Hilgendorf

  • Maria

    Es ist verrückt! Bei uns läuft es genau anders herum. Der Babymann möchte gern ungestört in seinem Bett schlafen und höchstens morgens mal zum Kuscheln zu uns. Und genau deswegen habe ich mir zu Beginn viele Gedanken gemacht – wollen Babys doch immer Nähe oder nicht? Warum dann mein kleines Baby nicht? Was hab ich falsch gemacht, dass er lieber und besser allein schläft?
    Ja, es ist verrückt! Wie man es macht, macht man es in einigen (fremden) Augen falsch. Und man macht sich Gedanken…immer und immer wieder. Mittlerweile hab ich mir vorgenommen, nur noch auf den Babymann zu hören! Das kann dann nicht falsch sein, das sehe ich auch so.

    Schöner Artikel!
    LG Maria

    3. Mai 2016 at 8:07 AM Antworten

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  • Abgesehen davon dass ich nicht den Unterschied zwischen Bodys Hosenhellip
  • So wir haben uns entscheiden und ihr habt euren Anteilhellip
  • Also wenn ihr noch Frhstcksinspirationen fr morgen sucht oder auchhellip
  • Na wer kennt diese beiden sympathischen Mdels? Richtig das sindhellip
  • Da ihn das Ignorieren nur noch wtender macht und seinhellip