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Ein anonymer Brief – traurig, aber wahr!

Bei diesem Gastbeitrag handelt es sich um einen offenen Brief an einen Menschen, der es offensichtlich nicht schafft, seinen Herz und seinen Verstand einzuschalten. Dass nicht nur Worte verletzen können, sondern dass dafür auch Blicke und Taten ausreichen, das haben wir sicher alle schon einmal erlebt. Aber warum werden Menschen eigentlich immer noch so gerne in Schubladen gesteckt?

Die Autorin dieses Briefes möchte gerne anonym bleiben. Nicht, weil ihr irgendetwas unangenehm wäre oder sie Angst vor der Veröffentlichung hätte, sondern ganz einfach, weil sie den Fokus auf das Erlebte ziehen möchte und nicht auf ihre Person.

Wir hoffen, dieser Brief kommt an!

Lori, Mimi & Janine

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Ein offener Brief an die Dame, die uns, während des gesamten Restaurantbesuchs, verachtende Worte und Blicke zuwarf

Am liebsten möchte ich Ihnen deutlich ins Gesicht brüllen, dass nicht meine Kinder das Problem waren, sondern Sie. Welches Recht haben Sie, so über meine Familie und alle anderen Familien zu urteilen? Der Satz „Diese Flüchtlinge…“ war im höchsten Maße rassistisch, verletzend und kategorisch falsch.

„Diese Flüchtlinge“ haben ein Elend erlebt, dass wir uns alle überhaupt nicht vorstellen können. Als Mutter frage ich mich fast täglich wie groß das Elend dort sein musste, dass sich Eltern dazu entschieden, dass das Wasser sicherer sei für ihre Kinder als das geliebte Zuhause. Sie flüchteten mit Sicherheit nicht aus Habgier, sondern weil sie sich für ihre Kinder eine Zukunft ohne Bomben wünschten. Ich möchte Ihnen gerne die Geschichte einer Mama erzählen, die mit ihren Kindern Syrien verlies, nachdem ihr Mann (und Vater ihrer Kinder) vor den Augen aller erschossen wurde. Sie packte ihre Kinder und rannte fort. Durch Zufall hat sie einen ehemaligen Kollegen getroffen (beide waren Lehrer an einer Gesamtschule). Er half ihr bei der Flucht. Vier anstrengende Tage vergingen, bis sie sich nachts in ein Boot mit 34 anderen Menschen befanden. Sie verließen also das Land, was ihnen in den letzten Jahren Schutz bot. Sie verließen ihr Zuhause, ihre Kleidung, ihre Spielsachen, Fotoalben und alles was sie besaßen. Die Überfahrt auf See wurde für die Mutter und all ihren Kindern zur Tortur. Eines ihrer Kinder, gerade einmal 2 Jahre alt, hörte nicht auf zu Schreien. Es schrie, weil es Angst hatte, ihren Vater vermisste und in ihr Bett wollte. Die Mutter, selbst voller Verzweiflung, konnte es nicht beruhigen. Dann schmiss ein Fremder dieses Kind ins Wasser. Denn die Gefahr entdeckt zu werden war zu hoch. Es ertrank!

Selbst beim Schreiben dieser Worte fließen die Tränen über meine Wangen. Ich würde Sie also gerne fragen, was in Ihrem Leben dazu geführt hat, dass Sie so ein harturteilender Mensch geworden sind?

Doch noch etwas ging mir durch den Kopf. Denn es ist nicht das erste Mal, dass ich diese Blicke bekam. Finden Sie, dass man mit Kindern zuhause bleiben sollte, bis sie das Anständigsein gelernt haben? Bis sie in die vorprogrammierten Rahmenbedingungen des Lebens passen? Warum dürfen Kinder nicht laut sein, eine Krise bekommen, ein Glas runterschmeißen und der Kellnerin die Stifte aus der Tasche klauen? Dass dies alles nicht in Ordnung ist, werden sie in den nächsten Jahren ihres Heranwachsens ja noch lernen #letthembelittle.

Ich wünsche mir, dass Sie ihr Herz etwas öffnen und das nächste Mal einer müden Mama und einem müden Papa ein Lachen schenken. Denn Kinder zu erziehen ist eine Mammutaufgabe! Ich wünsche mir außerdem mehr Verständnis für alle, die in den letzten Jahren zu uns geflüchtet sind!

Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Lorraine Wilhelm

<p>Hi, ich bin Lorraine… Die meisten nennen mich Lori. Wir leben Patchwork 3.0 und bis vor kurzem war ich eine reine Jungsmutter. Buden bauen, Klettern und Fußball spielen kann ich schon seit Jahren. Im Oktober kam unsere kleine Frieda zu uns und nun entdecke ich nicht nur das Leben mit einem Nesthäkchen und dem alltäglichen Wahnsinn unserer zusammengewürfelten Familie, sondern außerdem das Abenteuer Mädchenmama. Schön, dass du da bist! Deine Lori</p>

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