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Das perfekte Baby Alter – ob jung oder alt, hauptsache Mama!

Dieses Jahr werde ich 40. Das erste mal schwanger wurde ich mit 37 und kurz vor meinem 38. Geburtstag, genauer gesagt 3 Tage vorher, wurde meine Tochter geboren. Ja was soll ich sagen, offensichtlich war das recht spät, aber um ganz ehrlich zu sein… weder hatte ich vorher den großen Wunsch, unbedingt Mutter zu werden und – noch viel wesentlicher – hatte ich ganz einfach nicht den richtigen Partner an meiner Seite. Aus Versehen ist auch nichts passiert, also habe ich mich statt auf Breikochen und Windelwechseln eben voll auf meinen Beruf konzentriert und sehr erfolgreich meine Zeit darauf verwendet statt mich mit dem Gedanken herumzuschlagen, ob es nicht vielleicht langsam mal an der Zeit für Kinder wäre. Das aber änderte sich schlagartig, als sich nach unserer Hochzeit bei meinem Mann und mir doch langsam der Wunsch nach einem Kind meldete – unterschwellig vielleicht auch unterstützt dadurch, dass unsere Freunde nicht müde wurden, uns daran zu erinnern, dass es dafür auch langsam wirklich an der Zeit wäre. Ist der Wunsch erst einmal geäußert, fängt man auch schon an, sich Gedanken darüber zu machen, denn auch wenn wir uns heute mit 40 noch fühlen wie mit 30, lässt rein biologisch mit dem zunehmenden Lebensalter auch die Fruchtbarkeit nach und das Kinderzeugen wird nicht einfacher.

Schauen wir uns doch mal die biologische Theorie für 3 Frauenjahrzehnte an:

Wenn Sie im Alter zwischen 20 und 29 Jahren schwanger werden wollen, dann spielen die Zeit und die biologische Uhr für Sie. Ihr Körper ist gut gerüstet für eine Schwangerschaft – und das wahrscheinlich auch noch, wenn Sie später das zweite Kind planen. Streng biologisch betrachtet ist das dritte Lebensjahrzehnt die beste Dekade für die Empfängnis und das Austragen eines Kindes. Nach Experten-Meinung sind Frauen um die 20 am fruchtbarsten. Allerdings arbeiten Sie wahrscheinlich gerade hart an Ihrem Karriereplan oder sind noch im Studium oder mitten in der Ausbildung und das wird mit Kind nicht einfacher.

Viele Frauen empfinden das Alter zwischen 30 bis 39 Jahren als genau die richtige Zeit, um schwanger zu werden. Sie sind gefestigter in Beruf und Partnerschaft, was Ihnen eine gute Grundlage für die Gründung einer Familie gibt. Sie und Ihr Partner hatten hoffentlich auch die Chance, gemeinsam einige Abenteuer zu erleben, bevor Sie sich auf das Elternsein, das größte Abenteuer von allen, einlassen. Das sind die guten Neuigkeiten. Die Schlechte ist, dass die Chance, schwanger zu werden, zwischen Anfang 30 und Ende 30 dramatisch abnimmt. Deswegen ermahnen Spezialisten für Kinderwunsch Frauen um die 30, nicht zu lange zu warten. Besonders dann, wenn sie mehr als ein Kind haben wollen.

Für die Frauen, die sich auch jenseits der 40 noch Kinder wünschen, wird es definitiv nicht einfacher, aber es ist auch nicht unmöglich. Die Risiken steigen zwar, sind aber Dank der Medizin heute gut kontrollierbar. Der wahrscheinlich größte Vorteil, so lange mit dem Kinderkriegen zu warten, ist, dass Sie sich Zeit gelassen haben. Sie hatten Zeit, sich zu entwickeln und die Welt zu sehen; wahrscheinlich sind Sie finanziell abgesichert und Ihre berufliche Karriere ist gesichert. Wenn Sie schon seit einiger Zeit mit Ihrem Partner zusammenleben, dann hatten Sie die Chance, sich in verschiedenen Situationen und Umständen näher kennen zu lernen und das ist eine solide Grundlage für eine Familie.

Soweit also die Theorie! In der Realität ist aber doch jedes Paar selbst gefragt, den für sich richtigen Zeitpunkt zu finden – zumindest, sofern ein Kind geplant wird. Die einen bekommen ihr erstes Kind früh – und kriegen vielleicht 15 Jahre später noch einen Nachzügler. Die anderen starten erstmal im Beruf voll durch und lassen sich Zeit für ausgedehnte Reisen und Hobbys. Und manch einer trifft den Traumprinzen erst mit 40 – und kriegt mit 43 das erste Kind. Immer öfter geht es in Diskussionen zwischen Müttern und Paaren um den einzig wahren Zeitpunkt für das Projekt Baby. Dabei wird oft vergessen: Vieles ist nicht planbar und jede Lebensphase bring ihre Vor- und Nachteile mit, um Mutter zu werden. Und das ist auch wunderbar so!

 

Gerade in den letzten Wochen wurde ich häufig gefragt wie es ist, so spät Mutter zu werden – gerade dann, wenn man sich vielleicht auch noch ein zweites oder drittes Kind wünscht, aber was soll ich dazu sagen? Ich kann die Zeit ja nicht zurückdrehen und möchte es auch gar nicht, denn ich habe das Gefühl, dass genau jetzt in der Partnerschaft mit meinem Mann der perfekte Zeitpunkt für unser Kind ist und offensichtlich meint es das Schicksal auch gut mit uns, denn es hat ja auch ganz wunderbar geklappt. Leider habe ich in meinem nahen Bekanntenkreis aber auch ganz viele Paare, die sich sehnlichst ein Kind wünschen, bei denen es aber nicht klappt und das stellt so manche vermeintlich gefestigte Beziehung durchaus auch mal auf eine harte Probe. Aber das ist heute ja gar nicht das Thema. Wie es dagegen ist, jung Mutter zu werden, kann ich nicht sagen. Trotzdem, ich möchte an dieser Stelle gerne die Frage behandeln, ob es DAS ideale Alter zum Kinderkriegen überhaupt gibt und da meine Sichtweise diesbezüglich sehr einseitig ist, habe ich mir für diesen Beitrag absolute Expertenhilfe gesucht und gefunden! Die Mädels haben meine Fragen ohne zu zögern sehr offen beantwortet und mehr als einmal hatte ich beim Lesen sagenhafte Gänsehautmomente. Allerdings ist es mir nicht gelungen, eine Mama zu finden, die sich bewusst bereits in sehr jungen Jahren dazu entschieden hat, Mama zu werden, diesen Aspekt kann ich also gar nicht betrachten.

Danke, dass ihr mich bei diesem tollen Beitrag mit euren ganz persönlichen Erfahrungen unterstützt habt!

 

QUEEN OF VILLAGE

Die liebe, verrückte und witzige Queen hat ihr 1. Kind schon mit 19 bekommen und das zweite flutschte dann direkt 2 Jahre später hinterher. Beide Kinder waren nicht geplant und was für ein Glück ist das dann bitte?! Ja rückwirkend lässt sich das immer leicht sagen, damals war das allerdings gar nicht so selbstverständlich, denn zunächst einmal hat die ungeplante Schwangerschaft ihr Leben ganz schön auf den Kopf gestellt. Heute ist sie 35 und führt eine humorvolle und verständnisvolle Beziehung zu ihren beiden Töchtern und dass das stimmt, können wir täglich auf Instagram verfolgen. Meine Bewunderung gilt an dieser Stelle ihrem ganz wundervollen Frauenarzt und Mr. Queen scheint auch ‘ne ziemlich coole Socke zu sein.

 

FUSSEL_IM_HERZ

Die liebe Svenja ist mit 17 das erste Mal schwanger geworden und war damit noch nicht einmal halb so alt wie ich bei der Geburt meiner ersten Tochter. Das Baby war nicht geplant und sie hatte gerade erst mit ihrer Ausbildung begonnen und trotzdem, es wäre ihr niemals in den Sinn gekommen, ihr Kind nicht zu bekommen. Ihr 2. Kind hat Svenja mit 19 bekommen und die kleine Emma hat ihr Familienglück als drittes Kind vervollständigt, da war sie gerade mal 24 Jahre alt. Absolut bewundernswert finde ich, dass Svenja und ihr Mann trotz einiger Startschwierigkeiten auch heute noch zusammen und sogar seit 9 Jahren glücklich verheiratet sind. So romantisch kann es also auch laufen!

 

MUMMY.LOVE.STUDY

Annika, heute 30, ist ebenfalls mit 19 schwanger geworden und hat zu diesem Zeitpunkt noch die Schulbank gedrückt. Dass es nicht unmöglich ist, auch mit Babybauch sein Abi zu machen und seinen Weg zu gehen, das hat Annika erfolgreich bewiesen. Selbstbewusst hat sie sich für ihr Kind entschieden und ganz unerwartet von vielen Seiten Zuspruch bekommen. Heute hat sie 2 Kinder, ist wieder in einer glücklichen Beziehung und auch beruflich läuft alles so wie sie es sich immer erträumt hatte. Ab Oktober startet Annika ihr gewünschtes Studium und hat dafür sogar ein Stipendium bekommen. Meinen Respekt hast Du! Ich gratuliere Dir von Herzen und wünsche Dir alles Gute für Dein Studium!

 

NEW2BERLIN

Das bin ich, Janine. Ich decke hier den Part der alten Mama ab – auch wenn ich mich gar nicht so alt fühle. Aber Tatsache ist, das erste Mal Mama wurde ich mit knapp 38 Jahren. Vorher hat erst lange mein Job keinen Platz für Baby und Familie zugelassen und dann hatte ich auch noch ganz lange einfach nicht den perfekten Partner an meiner Seite und als er dann endlich da war, war es auch erst mal noch lange “kompliziert”. Der Wunsch nach einem Baby kam erst nach unserer Hochzeit auf wohl wissend, dass wir nicht mehr die jüngsten Eltern sein werden. Heute sind wir aber dafür die glücklichsten Eltern der Welt und hoffen, unsere Familie bald noch einmal vergrößern zu können, denn seit der Geburt unserer Tochter hat sich für mich alles geändert, ganz besonders meine Einstellung – hat ja auch nur 40 Jahre gedauert (siehe auch Lipstick & Babyduft ).

 

DAS GROSSE INTERVIEW

 

Du bist das erste Mal sehr jung Mama geworden. War das Kind geplant oder eher eine Überraschung für alle Beteiligten?

QUEEN: Eine Überraschung. Sowohl Nr.1, von der ich kurz nach meinem 19. Geburtstag erfuhr als auch Nr.2, zwei Jahre später.

SVENJA: Ja das stimmt, ich bin sehr jung Mama geworden. Definitiv, es war eine riesen Überraschung. Ehrlich gesagt war es ein Schock. Für mich ist erst einmal eine Welt zusammengebrochen. Ich habe alles, was ich je für mich und meine Zukunft gesehen habe, weg schwimmen sehen.

ANNIKA: Geplant war das ganz bestimmt nicht. Ich war mit dem Vater von meiner Großen gerade mal ein halbes Jahr zusammen und die Schwangerschaft kam total überraschend.

NEW2BERLIN: Aus meiner Sicht heute ist es natürlich ganz wunderbar, wenn es mit der Schwangerschaft so spontan und ungeplant klappt. Mit 19 hätte ich das aber ganz sicher anders gesehen. Mit knapp 38 Jahren war ich aber definitiv nicht mehr jung und meine Schwangerschaft war geplant – aber so was von, inklusive der unromantischen Unterstützung von Clearblue. Lediglich überrascht waren wir, dass es doch so komplikationslos und schnell geklappt hat.

 

In welcher Lebenssituation befandest Du Dich zu dem Zeitpunkt? 

QUEEN: Ich hatte kurz davor meine Ausbildung abgebrochen und wusste überhaupt nicht, wo ich eigentlich mal hin will.

SVENJA: Ich war knapp 1 1/2 Jahre mit meinem 1. so richtig festen Freund zusammen. Bin endlich den Weg gegangen, für den ich lange gekämpft habe. Ich war Gerade fertig mit der Schule und hatte  die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten begonnen.  Diese Schwangerschaft hat erst einmal alles infrage gestellt. Unsere Beziehung. Die Ausbildung. Ich habe noch bei meinen Eltern gelebt. War noch keine 18 Jahre alt und wusste einfach nicht, wie es weiter gehen soll.

ANNIKA: Ich wohnte damals noch bei meinen Eltern. Meine Eltern sagten mir von Anfang an, dass sie mich voll unterstützen würden, denn für mich war klar, dass ich die Schule zu Ende machen wollte. Ich hatte für mich fest auf dem Zettel, irgendwann dann zu studieren, somit war klar, dass das Abi geschafft werden musste. Ich war im 7. Monat schwanger als ich schriftliches Abitur geschrieben habe und im achten Monat als ich in der mündlichen Abiprüfung war. Es gab einen Lehrer, der sehr verpeilt war, der hatte bis zu meiner mündlichen Prüfung nicht mitbekommen, dass es eine schwangere Schülerin gab – mich! Er war Beisitzer in meiner Prüfung. Mein Prüfer war einer der entspanntesten Lehrer, so dass der einzige Aufgeregte während der Prüfung der bislang unwissende Lehrer war. Zwei Wochen nach dem Abiball kam Emma zur Welt.

NEW2BERLIN: Im Gegensatz zu den Jungmamis war bei mir alles mehr als geregelt. Mit meinem Mann war ich seit 7 Jahren zusammen, seit 2 Jahren verheiratet und gerade frisch nach Berlin gezogen. Jobmäßig lief alles top (ich hatte ja auch ausreichend Zeit, mich darauf zu 100% zu konzentrieren) und auch finanziell stehen wir sorglos da. Wir waren also absolut bereit für das Kind. Einzig nicht perfekt war, dass mein Mann genau 1 Woche vor meinem positiven Schwangerschaftstest seinen Vertrag in Wien unterzeichnet hatte.

 

Wie hat sich der Moment für Dich angefühlt, in dem Du erfahren hast, dass Du schwanger bist?

QUEEN: Verzweiflung. Katastrophe. Ich wusste: Das Kind bekomme ich nicht! Also ging ich in der fünften Woche zu meinem Frauenarzt und ließ nichts von dem an mich ran, was er mir riet, zeigte (ein heller Fleck im pixeligen Ultraschall-Schneesturm) oder erzählte: “Queen! Du wirst Mutter! Das ist toll!” • “Nein, gib mir den Wisch für das vorgeschriebene Beratungsgespräch bei ProFamilia und ‘ne Überweisung für die Klinik.” Eine Woche später rief er bei mir an und sagte, ich müsse vor dem Klinik-Termin noch mal zu ihm kommen, weil er noch mal einen Ultraschall machen müsse. Und das tat er. Und sagte dann: “Guck mal, siehst du den weißen Punkt, der sich bewegt? Das ist das Herz von deinem Kind, das schlägt.” Ich starrte gefühlte Stunden auf dieses winzig kleine Herz – und fing an zu weinen. Und verließ seine Praxis mit meinem Mutterpass. Wochen später hab ich ihn gefragt, warum er das getan hat. “Queen, ich kenne dich, seit du 13 Jahre alt bist. Du hast einen Partner und ein Elternhaus, das hinter dir steht. Ja, du warst verzweifelt, aber ich wusste, dass du mit einer Abtreibung niemals klar gekommen wärst. Ich wusste, dass der Herzschlag dich zur Besinnung bringen wird, aber der erste Termin war dafür zu früh. Deshalb musstest du noch mal kommen.” (Ich liebe ihn noch heute abgöttisch für das, was er getan hat!) Anderthalb Jahre nach der Geburt von Nr.1 war ich übrigens wieder schwanger. Und das mitten im ersten Jahr meiner neuen Ausbildung und im vorletzten Jahr von Mr. Queens Studium. Erneut ein katastrophaler Zeitpunkt. Also bin ich wieder zum Frauenarzt. “DIESES Kind kann ich aber jetzt wirklich nicht bekommen!” • “Oh Queen, müssen wir das ganze Prozedere echt noch mal durchziehen oder kannst du morgen nicht einfach direkt deinen Mutterpass reinreichen?!” Als ich nach Hause kam, stand da Mr. Queen. In der Hand drei rote Rosen und eine weiße. “Die drei roten sind Nr.1, du und ich. Die weiße ist unser Baby. Was du bitte bekommst!” Tat ich dann auch. Was auch sonst?

SVENJA: Dieser Moment war schrecklich. Für mich ist alles zusammengebrochen. Ich wollte zwar immer Mutter werden und auch von mehreren Kindern, aber nie so früh . Meine Welt ist zusammengebrochen. Ich hatte solch eine Angst. Angst vor der Reaktion meines Partners. Angst, wie es weiter geht. Angst vor meinen Eltern. Angst davor, verurteilt zuwerden. Es war anfangs eine harte Zeit , voller Ängste und Verunsicherung.

ANNIKA: Ich habe mich eigentlich sehr gefreut. Natürlich kamen die Gefühle der Unsicherheit und der Aufgeregtheit dazu. Der Vater meiner Großen hat mir die Entscheidung überlassen, ob wir das Baby bekommen sollen. Er war fertig mit seinem Studium und hatte seit einiger Zeit einen festen Job.

NEW2BERLIN: Verzweiflung und Katastrophe? Ganz sicher nicht! Unser Wunsch wurde erfüllt, ich hätte nicht glücklicher sein können und die Aufregung war groß. Eigentlich konnte ich es auch kaum fassen, tatsächlich einen positiven Test in den Händen zu halten und pragmatisch wie ich bin, wollte ich mir das auch lieber erstmal noch von meiner Frauenärztin bestätigen lassen.

 

Wie haben Dein Partner, Deine Familie und überhaupt Dein Umfeld auf Deine Schwangerschaft reagiert? 

QUEEN: Ich habe keine einzige Freundin von früher behalten. Aber unsere Eltern standen voll hinter uns. Meinen blieb moralisch ja eh nichts anderes übrig – als ich geboren wurde waren meine Eltern 18 und 19 – und meine Schwiegereltern hätten sich zwar einen leichteren Start ins Berufsleben für ihren Sohn gewünscht, waren aber von der ersten Sekunde an die allerstolzesten Großeltern der Welt. Das übrige Umfeld war mehr als kritisch. Echt ätzend waren die Kindergartenmütter, die mich anfangs mehr als überheblich behandelt und kritisch beäugt haben. Ich war halt die Teeniemutter. Dazu kam noch, dass Mr. Queen aufgrund seines Studiums und der Diplomarbeit und anschließend durch einen Job in Hongkong seltenst im Kindergarten gesehen wurde. Ich war also nicht nur die Teeniemutter mit zwei Kindern und einer Vollzeit-Ausbildungsstelle, sondern darüber hinaus – vermeintlich – auch noch alleinerziehend. Was schlimmeres kann dir aufm Dorf gar nicht passieren. Im Laufe der Zeit wurd das alles besser, aber ich musste echt erst unter Beweis stellen, dass ich weder asi noch mit meinen Kindern überfordert bin.

SVENJA: Meine Eltern haben superpositiv reagiert und mich in der Schwangerschaft  unterstützt und mir ganz viele Ängste genommen . Mein Partner hat sich erst einmal zurückgezogen. Sogar getrennt hat er sich, weil er das alles nicht fassen konnte. Er hat selbst eine Tochter aus vorheriger Beziehung , aber auch für ihn kam alles sehr unerwartet und auch er wusste nicht mehr, wie es weiter geht. Er hatte sich beruflich gerade erst umorientiert und konnte sich, zu dem Zeitpunkt kein weiteres Kind vorstellen. Viele Freunde haben sich abgewandt. Mit sehr, sehr vielen Vorurteilen hatte ich zu kämpfen.

ANNIKA: Die Reaktion war sowohl von Lehrern als auch Schülern durchweg positiv. Selbst Lehrer zu denen ich ein eher distanzierteres Verhältnis hatte, waren auf einem total rührselig, offen und hilfsbereit. Selbst die sehr konservativen Lehrer, haben sich sehr offen gezeigt und waren immer darum bemüht, dass es mir gut geht. Am Ende stand unter meinem Abibuchbild der Satz: “Ich bin nicht krank, nur schwanger”. Alle waren immer so hilfsbereit, sodass man manchmal dachte, es ist etwas zu viel des Gutem. Ich habe die Zeit sehr genossen. Es war schön, so wie sich alles gefügt hat und alle ihren Teil dazu beigetragen haben. Ich habe mich rundum wohl gefühlt. Der einzige Moment der Komisch war, war, als ich mit kleinem Bäuchlein bei einer ABI-Party war. Da habe ich mich unwohl gefühlt-Babybauch und Partymachen- das passte für mich nicht gut zusammen. Ich habe dann die Party schnell wieder verlassen und das war eine gute Entscheidung.

NEW2BERLIN: Mein Mann war natürlich genauso glücklich wie ich und auch meine Eltern konnten es kaum fassen, dass sie endlich Großeltern werden – ich glaube, sie hatten schon kaum mehr damit gerechnet. Unsere Freunde und Bekannten mit Kinder haben eher so mit einem “Na endlich, das wurde aber auch Zeit. Wir dachten schon, es klappt vielleicht einfach nicht” reagiert. Das hat aber unsere Freude keinesfalls gemindert. Aber darüber hinaus gab es auch noch die Freunde ohne Kinder – entweder, weil sie keine wollen, weil es noch nicht geklappt hat oder weil sie keine Kinder bekommen können. Die, die keine Kinder wollen haben eher mit den Augen gerollt ganz nach dem Motto “Jetzt sind die auch noch weg vom “Party-Sorglos-Parkett” und bei den anderen beiden Gruppierungen war die Freude verhalten bis gespielt. Also alles in allem, auch unser Freundeskreis hat sich seit der Geburt unserer Tochter verändert!

 

Hast Du jemals darüber nachgedacht, ob Du das Kind überhaupt behalten möchtest?

SVENJA: Féli war ungeplant, aber trotz aller Ängste und Sorgen, von Anfang an mehr wie gewollt. Niemals wäre für mich die Frage aufgekommen, ob ich sie nicht bekommen sollte. Niemals.

ANNIKA: Für mich gab es keinen Moment an dem ich überlegt habe, das Baby nicht zu bekommen. Ich fand die Vorstellung früh Mutter zu sein insgeheim immer toll. Auch wenn ich das niemals geplant hätte. Ein Studium sollte in meiner Vorstellung vor der Familienplanung absolviert werden. Es kam dann jedoch anders.

NEW2BERLIN: Nein.

 

Wie hast Du die Zeit der Schwangerschaft empfunden? Warst Du eine glückliche Schwangere voller Vorfreude mit rosa Herzchen in den Augen oder hast Du sie eher als Belastung oder Einschränkung empfunden?

QUEEN: Ab dem Zeitpunkt, an dem ich mich dazu entschlossen habe, meine Tochter zu behalten, habe ich die Schwangerschaft total genossen. Ich bin total fett geworden, aber ansonsten ging’s mir rundum gut. Ab dem siebten Schwangerschaftsmonat hatte ich Milch. Und wenn ich morgens im nassen Bett aufgewacht bin, war ich stolz. Sauglücklich. Mein Körper war bereit. Und ich sowieso.

SVENJA: Die Anfangszeit war schwer und leider ohne rosa Herzchen in den Augen. Die Schwangerschaft und auch die “Nebenwirkungen” einer Schwangerschaft haben mich sehr belastet. Ich wusste nicht, wo uns diese Reise hinbringt, aber ich wusste, dass unsere Liebe das Ziel war.  Zur Mitte der Schwangerschaft hin, konnte ich mich dann endlich so richtig freuen. Mein Freund war wieder da und hat uns unterstützt. Ich konnte alles, was mit der Ausbildung zutun hatte regeln und meine Ausbildung in eine “Mutter-Kind” Ausbildung über das Jobcenter umwandeln, sodass ich die Ausbildung auch mit Kind meistern konnte. Ich habe viele Freunde verloren, aber viele wahre und echte Freunde gefunden, die mich auch heute nach 9 Jahren noch begleiten und unterstützen. Man könnte sagen, alles einer Achterbahn der Schwangerschaftsgefühle war dabei.

ANNIKA: Ich habe die Schwangerschaft als etwa selbstverständliches gesehen. Da war mein Baby in meinem Bauch. Ich habe mich riesig darauf gefreut Mutter zu werden und vor allem auch eine junge Mami zu werden. Darüber, dass das eine eher ungewöhnliche Situation ist, habe ich mir selten Gedanken gemacht. Ich habe mich für das Baby ganz bewusst entschieden. Der Zeitpunkt war nicht ganz optimal, aber ich habe immer großes Urvertrauen gehabt, das alles gut werden wird. Als Belastung habe ich das nie empfunden. Ich fühlte mich auch immer motiviert, es allen zu zeigen, dass man auch als Schwangere und dann junge Mami, Schule, Ausbildung, Studium etc und Mamasein gut kombinieren kann.

NEW2BERLIN: Ich war eine absolut glückliche Mama voller Vorfreude, mit Herzchen in den Augen und allem, was man sich vorstellen kann. Richtig happy war ich, als man endlich auch äußerlich sehen konnte, dass ich schwanger bin und habe meinen Bauch voller Stolz präsentiert. Zum Glück hatte ich auch keine körperlichen Probleme oder Beschwerden, so dass ich die Schwangerschaft auch in vollem Umfang genießen konnte.

 

Wovor hattest Du am meisten Angst? Was waren Deine größten Sorgen?

QUEEN: Hatte ich nicht. Ich war die gelassenste Schwangere der Welt.

SVENJA: Meine größte Sorge war wirklich, dass ich keine gute Mutter sein könnte. Ich hatte große Angst davor, Fehler zu machen. Mein Kind “Falsch” zu erziehen. Die falschen Werte zu vermitteln. Ich hab mir unter anderem auch die schlimmsten Sachen ausgemalt. Mir wurde aber auch viel Angst gemach. Ich hab die unterschiedlichsten und schrecklichsten Dinge über das Stillen, die schlaflosen Nächte und die “Jugend von heute” gehört. Das hat mich alles sehr verunsichert und mir Sorgen bereitet.

ANNIKA: Mein größte Sorge war, da muss ich selber lachen, dick zu werden und dick zu bleiben, denn ich bin in der Hinsicht sehr eitel. Das war tatsächlich meine größte Sorge. Die Geburt hat mir überhaupt keine Angst gemacht, zu keinem Zeitpunkt, auch nicht, wie es dann sein wird, Mutter zu sein. Ich habe mich immer auf alles gefreut.

NEW2BERLIN: Ich war zwar eine sehr entspannte werdende Mama, hatte aber ganz sicher keine unbedarfte Schwangerschaft. Mir war sehr wohl bewusst, was für ein Geschenk ich da in mir hatte und dass es nicht mehr allzu viele Chancen für uns geben würde. Das ist wohl das Schicksal von uns alten Müttern und kopfgetrieben wie ich bin, war es bei mir vielleicht auch noch etwas extremer als bei anderen. Nicht, dass ich mich total verrückt gemacht hätte, aber es gab keinen Tag, an dem ich mich nicht gefragt hätte, ob es meinem Kind wohl auch gut geht? Wird die Schwangerschaft gut verlaufen? Schlägt sein Herzchen noch? Bewegt es sich noch? Um dieses Baby zu schützen habe ich mich auch sehr streng an alle Vorgaben gehalten, die einem als Schwangere insbesondere auch in Dingen Ernährung ans Herz gelegt werden.

 

Wie hast Du Dich gefühlt, als Du dein Kind das erste mal im Arm hattest?

QUEEN: Komplett. Ich habe mich einfach “komplett” gefühlt.

SVENJA: Ich war voller Freude, Euphorie, Glückshormonen. Habe geweint wie verrückt und war einfach unglaublich Stolz auf mich und dieses Kleine Wunder.

ANNIKA: Als ich Emma das erste Mal im Arm hatte durchströmte mich ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Ich fand sie einfach nur zauberhaft und so wunderschön. An dieses Gefühl kann ich mich noch sehr gut erinnern. Ich hatte sie eine innere Ruhe und habe sofort gespürt, dass wir ganz eng verbunden sind. Emmas Papa hat es nicht rechtzeitig zur Geburt geschafft-es ging so so so schnell- eine Traumgeburt. Da hatten wir ganz viel Zeit zu zweit. Ich konnte mein keines Mäuschen ganz intensiv genießen. Wunderschön war das.

NEW2BERLIN: Irgendwie konnte ich es gar nicht glauben, dass das jetzt mein Baby ist. Dazu kam aber auch noch, dass ich die Kleine sehr plötzlich und ohne Vorwarnung im Zuge einer Spontangeburt schon nach 1,5 Stunden im Arm hielt. Es hätte also nicht perfekter laufen können. Aber auch hier war meine allererste Frage, ob alles OK ist und ob sie gesund ist.

 

Bist Du sofort in die Mutterrolle hineingewachsen? Hattest Du zu Beginn Hilfe?

QUEEN: Ich war sofort Mama. Ohne Hilfe. Ich habe einen elf Jahre jüngeren Bruder, daher habe ich als Kind bereits gelernt, wie’s mit so ‘nem Baby geht. Und dazu kam ein großer Vorteil meiner Zeit damals: Es gab quasi kein Internet, keine Foren, Social Media oder Blogs mit allwissenden Müttern. Damals hast du dich einfach auf deine Instinkte und nicht auf ein bekloppt-machendes YouTube-Video verlassen.

SVENJA: Ich bin tatsächlich direkt und super in meiner  Mutterrolle aufgegangen. Das Stillen hat sofort geklappt. Das nächtliche Aufstehen war kein Problem. Aber Féli war auch ein sehr entspanntes Baby. Ich hatte großes Glück und meine Mama hat mich die ersten 12 Wochen 2x nachts unterstützt . Ich hatte aber auch das Glück, das wir die ersten 12 Wochen noch zu Hause gelebt haben und wir uns nur auf Féli und uns konzentrieren, durften. Und dann erst in unsere erste eigene Wohnung gezogen sind.

ANNIKA: Ich war sofort Mama. Emmas Mama. Ich hatte eine ganz tolle Hebamme, habe nicht gestillt, dafür hatte ich mich bewusst entscheiden, auch beim zweiten Kind, somit brauchte sie Hebamme nicht allzu oft vorbei schauen. Emma war so pflegeleicht. Super schnell durchgeschlafen. Sehr ausgeglichen. Sehr lieb. Ein Traumkind. Da brauchte ich nicht viel Hilfe. Meine Eltern und Schwiegereltern, meine Geschwister, hätten immer geholfen, aber ich habe das gar nicht in Anspruch nehmen müssen. Traumkind Emma. Ich war ein sehr sehr glückliche Mama!

NEW2BERLIN: Wir sind quasi direkt nach der Geburt wieder nach Hause gefahren und der kleine Mensch war wie selbstverständlich dabei. Ich war direkt Mama und irgendwie weiß man dann auch, was man zu tun hat. Trotzdem war ich in den ersten Tagen sehr froh, meine Hebamme zu haben.

 

Würdest Du sagen, dass Du aufgrund der frühen Mutterrolle auf viele Dinge verzichten musstest oder dass Du rückwirkend etwas verpasst hast? 

QUEEN: Wenn wir von Partys und Co. sprechen, sage ich ganz klar “Nein!”. Das hat mir anfangs nicht gefehlt. Das einzige, das uns als Paar gefehlt hat, war diese unbeschwerte Zeit des Zueinander-findens. Wir waren so ziemlich von Beginn an direkt Familie. Mit schlaflosen Nächten, die eben nicht Cocktail-bedingt waren. Mit Verantwortung nicht nur für uns, sondern eben auch für einen, und kurz darauf noch einen zweiten kleinen Menschen. Das war manchmal mehr als hart. Allerdings mag ich den Ausdruck “fehlen” nicht. Uns hat in dem Sinne nichts gefehlt. “Fehlen” bedeutet irgendwie immer “vermissen”, “Trauer”,…so empfinde ich das aber nicht. Wir hatten eben einfach andere Dinge im Fokus als ein Urlaub am Ballermann. Außerdem haben wir eine Balance gefunden, die halt nicht “vollständigen Verzicht” bedeutet hat. Ich zum Beispiel habe mir nach’m Abstillen immer mal Zeit für mich genommen, bin übers Wochenende zu meiner Schwester in die Studentenstadt gefahren. Oder Mr. Queen und ich waren mal zusammen übers Wochenende weg. In Stuttgart, Berlin, Hamburg. Genauso wie wir, als die Kinder zwei und vier Jahre alt waren, alleine eine Woche in Hongkong und im Skiurlaub waren. Dank unserer jungen Eltern, die auch noch vor Ort wohnen, war das kein Problem. Heute sind wir Mitte und Ende 30 und können im Prinzip eh schon wieder tun und lassen was wir wollen. Letztes Jahr waren wir auf den Malediven. Wir wussten: “Oma und Opa kümmern sich großartig um die Mädels.” Die beiden, mit 15 und 13, wollten das aber gar nicht. “Ey hallo?!? Wir sind groß! Wir können kochen! Wir gehen morgens pünktlich zum Bus. Und dass wir Hausaufgaben machen müssen, wissen wir eh.” Die beiden waren so stolz und glücklich, dass wir ihnen das zugetraut haben. (Wir haben ein Mehrgenerationen-Haus. Schwiegereltern waren also in Ruf- und Sichtweite. Ihr könnt das Jugendamt zurückpfeifen!)

Was ich sagen will: Kinder bedeuten nicht Verzicht, sofern man sie a) als viel wertvollere Alternative zu Party und Co. ansieht, und wenn man b) loslassen kann. In den Momenten, in denen man eben manchmal doch nicht nur Mama und Papa, sondern Ehepaar, man selbst oder Freundin sein will. Aber das hat nichts mit dem Alter zu tun. So geht es wohl jedem.

SVENJA: Ich muss gestehen, manchmal überlege ich mir schon, ob ich vielleicht was verpasst habe. Ob ich woanders wäre, wenn ich nicht so früh Mama geworden wäre. Aber wenn ich das große Ganze betrachte, bin ich wirklich sehr glücklich, so wie es ist. Das Einzige, was mir wirklich fehlt, ist das Reisen. Ich würde wirklich gerne reisen, aber mit 3 Kindern ist das ja wirklich eine große Sache. Aber das ist unser nächstes Ziel: Urlaub.

ANNIKA: Natürlich muss man auf Dinge verzichten. Es wäre schon einfacher gewesen, erst zu studieren und dann Kinder zu bekommen. Aber eigentlich spielt es gar keine Rolle. Egal ob man mit 20/30 oder 40 Kinder bekommt, man muss immer auf Dinge verzichten. Das Leben verändert sich einfach. Um die Dinge, wie Schule, Ausbildung und Studium mit Kind zu meistern, muss man gut organisier sein. Auch mit Hilfe meiner Eltern hat immer alles gut geklappt. Meine Eltern haben sich immer viel engagiert und mir auch Zeit für mich ermöglicht. Und da Emmas Vater und ich uns relativ schnell  getrennt haben, Emma war 10 Monate alt, hatte ich auch jedes zweite Wochenende Kinderfreie Zeit. Emma Papa hat sie immer jedes zweite WE. Ich hätte vielleicht gern mal einige Zeit in einer WG gewohnt und wäre gern für ein halbes Jahr ins Ausland gegangen. Aber als ich mich für das Baby entschieden habe wusste ich, dass das nicht zu meinem Lebensplan gehören wird. Und das war und ist auch ok. Es fühlt sich gar nicht wie ein Verzicht an, eher wie eine getroffene Entscheidung.

NEW2BERLIN: Also ich ganz sicher nicht, denn ich hatte ja ausreichend Zeit, mich auszutoben. Ich habe viel erlebt und kaum etwas ausgelassen. Heute bin ich sogar froh, mit Kind etwas zur Ruhe gekommen zu sein.

 

Annika, wie ging es für Dich nach dem Abitur weiter und was machst Du heute?

ANNIKA: Nach dem Abitur bin ich bis Emma zwei Jahre alt war Zuhause geblieben. Ab dem zweiten Lebensjahr ist Emma dann in eine Krippe gegangen und ich habe eine Beamtenausbildung im Justizdienst bei einem Amtsgericht begonnen. Emmas Vater und ich haben uns relativ schnell nach Emmas Geburt getrennt. Als Emma 10 Monate alt war, trennten sich unsere Weg bzgl unserer Beziehung. Bis heute haben wir in Bezug auf Emma, die Regelungen drum herum, Ferienplanung, Schule, Umgang usw ein recht gutes Verhältnis. Nach der Trennung begann eine aufregende Zeit, Ausbildung, Hauptjob, Nebenjob, Krippe, Kita, alles musste organisiert werden. Da stieß ich schon manches Mal an meine Grenzen. Meine Eltern waren mir immer eine große Hilfe. Sie waren immer für Emma und mich da und haben uns immer unterstützt. Meine Ausbildung habe ich als Jahrgangsbeste bestanden- wenn man nicht nur für sich selber erfolgreich sein will, sondern auch für sein Kind, weckt dies nochmal ganz andere Kräfte und Motivationen. Emma hat mittlerweile eine kleine Schwester. Henriette ist 1,5 Jahre alt. Ich habe nach langer Suche nach dem richtigen Partner, endlich den richtigen gefunden(Partnersuche mit einem kleinen Kind, wenn man Anfang 20 ist, ist nicht besonders leicht😝).

Ab Oktober werde ich im Rahmen eines internen Stipendiums vom Oberlandesgericht ein 3-Jähriges Studium beginnen können. Somit hat sich zu guter letzt alles so gefügt, wie ich es mir gewünscht habe.

 

Wie viele Jahre liegen zwischen Deinen Kindern?

QUEEN: Zwei Jahre.

SVENJA: Zwischen Féli und Tin-Tin liegen 2 Jahre . Wir wollten, nach dem wir unseren Weg gefunden haben, einen geringen Abstand zwischen den Kindern. Und Emma sollte eigentlich auch nur 2 Jahre Abstand zu den Großen haben. Jedoch entscheidet man das meist Ja nicht Selbst, sondern die Natur. Und Emma kam mit knapp 5 Jahren Abstand zur Welt . Und ich muss gestehn, mit solch einem großen Abstand, ist es viel schöner. Die Kids erleben das alles viel entspannter. Ich bin entspannter und kann diese Kleinkindzeit wirklich total genießen. Falls also noch eins kommt, wird das nicht jetzt bald sein, sondern in ein paar Jahren.

ANNIKA: Emma ist am 13.07.2006 geboren und wird bald 11 Jahre alt. Henriette ist am 09.10.2015 geboren und wird im Herbst 2 Jahre alt.

NEW2BERLIN: Es werden hoffentlich nicht so viele sein.

 

Wie würdest Du Deine Mutter-Kind Beziehung heute beschreiben? 

QUEEN: Extrem humorvoll. Verständnisvoll. Und wir können uns zoffen wie die Kesselflicker. Wir vertrauen uns, finden uns manchmal zum Kotzen, sind Freundinnen. Und dennoch bin ich Mutter. Was ich sage, ist Gesetz.

SVENJA: Herzlich und respektvoll. Sehr Tief und innig. Mit so viel Liebe. Teilweise aber wirklich sehr unbeschreiblich und schön.

ANNIKA: Emma und ich haben eine ganz ganz intensive und innige Bindung. Nach der Trennung von Emmas Papa hatte ich einige feste Partner, bis ich meinen jetzigen Mann kennen lernte, Emma stand für mich immer an erster Stelle. Sie war und ist immer meine Motivation für alles. Für mein Kind wollte ich immer eine starke Mama sein. Meinem Kind habe ich immer vermitteln wollen, dass es wichtig ist, dass man alles schaffen kann, wenn man es nur will. Wir zwei verstehen uns heute blind, auch wenn es häufig auch mal kracht;wir sind uns sehr ähnlich und die aufkeimenden Hormone meiner Tochter machen es nicht einfacher. Mein Mann beißt sich aber heut so manches Mal die Zähne an uns aus. Aber er kann es gut ertragen. Wir sind seit 11 Jahren ein eingeschworenes Team.

NEW2BERLIN: Also bis jetzt tanzt mir meine Tochter ziemlich auf der Nase rum, dabei gehöre ich glaube ich eher zu den strengeren Mamas, weil ich zugegeben nicht immer ganz so viel Geduld habe. Wenn man sich 20 Jahre lang nur um sich kümmern musste und machen konnte, was man wollte, dann bedeutet so ein kleines bedürftiges Wesen eine ganz schöne Umstellung – wenn vielleicht auch die schönste der Welt. Am Ende setzt Little G. aber natürlich trotzdem immer ihren Kopf durch….

 

Rückwirkend betrachtet, würdest Du Deinen Kindern ebenfalls empfehlen, früh eine Familie zu gründen? 

QUEEN: Ich empfehle gar nichts. Jeder muss und darf den Weg gehen, den er selbst wählt. Dem er gewachsen ist. Oder in den er bereit ist, hineinzuwachsen. Ich habe meine Mutter mit 38 zur Oma gemacht. In zweieinhalb Jahren bin ich auch so alt. Egoistisch betrachtet sage ich: “Och nööööö! Bitte nicht.” Aber mein Egoismus hat auf dem Weg meiner Kinder nichts verloren. Unser Weg damals, mit Ausbildung, Studium, zwei Kindern und einem Leben am Existenzminimum war mehr als hart. Ich wünsche meinen Kindern ein leichteres Leben. Aber wie sie das gestalten, liegt in ihrer Hand.

SVENJA: Nein, so früh würde ich es meinen Kindern und niemandem empfehlen. Es ist schwer, diese ganzen Wege zu gehen, wenn man noch nichts in der Tasche hat. Klar ist es auch für mich schön, jetzt dazu sitzen und etwas erreicht zuhaben. Meine Familie mit Stolz zubetrachten, aber einfach war es nicht. Ich würde jedem empfehlen, der früh Mama werden möchte, mach deine Ausbildung, seh ein bisschen was von der Welt und dann bekomm Kinder.

ANNIKA: Ich würde mir wünschen, dass meine Kinder erst die Schule beenden und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren Auch wenn es für mich der richtige Weg war, war er bestimmt nicht der einfachste. Ich würde meine Kinder dennoch immer unterstützen, wenn sie sich so früh für Kinder entscheiden sollten.

NEW2BERLIN: Das hoffe ich doch, denn sonst werde ich von meinen Enkelkindern nicht viel haben und das ist schon jetzt ein trauriger Gedanke. Also ich sage es mal so, egal wann sie mit der Info rausrückt, dass sie schwanger ist, ich werde mich auf jeden Fall freuen und sie unterstützen. In meiner Idealvorstellung hat sie natürlich schon den richtigen Partner an ihrer Seite, aber selbst das ist doch heutzutage egal. Meine Tochter wird immer klar kommen – ob mit Mann oder ohne. Ganz wie die Mama.

 

Worin liegen Deiner Meinung nach die Vorteile, jung Mutter zu werden? 

QUEEN: Auf dem Abiball von Nr.1 nächstes Jahr bin ich erst 36! …hey, RTL2 wird mein Kleid sponsern ;D Nein, Spaß. Ich sehe den Vorteil darin, dass ich einfach noch näher dran am “Geschehen” bin. Und dass ich mit Sicherheit Uroma werden kann 🙂 Meine Töchter hatten noch einen Ururopa. Absolut wundervoll, so viele Generationen an einem Tisch versammelt zu haben.

SVENJA: Ich denke , es gibt keine Vorteile . Ich könnte Dir jetzt die typischen Klischees aufzählen, wie ich bin dann eine junge Oma. Ich kann mit meinem Kind noch in die Disco gehen. Ich bin Fitter. Aber nein, es hat alles seine vor und Nachteile. Eine ältere Mutter ist nicht besser, wie eine jüngere und umgekehrt ist es genauso. Ich denke, unsere Kinder bringen uns, nach der Entbindung an einen Punkt, wo wir Mütter doch alle gleich sind. Wir wollen das Beste für unser Kind.

ANNIKA: Ich denke, dass man als junge Mama einfach gelassener ist. Man wälzt nicht stundenlang Schwangerschaftsliteratur und wie-erziehe-ich-mein-Kind-am-besten Bücher, man lässt es einfach auf sich zu kommen. Man sieht die Schwangerschaft als etwas ganz natürliches an. Wenn man jung Mutter wird, hatte man ja relativ wenig Zeit sich nur um sich kümmern zu müssen. Zum Thema “wenn das Baby da ist, muss ich mich in so vielen Dingen einschränken, dann kann ich dies nicht mehr und jenes nicht mehr.”-ich als junge Mutter, kann gar nicht sagen, wie es sich anfühlt, wenn man sich nur um sich kümmern muss. Man muss sein Leben einfach ganz anders strukturieren. Man muss planen! Einfach so in den Tag hinein leben, gibt es mit Kindern nicht. Ich bin aber auch schon vorher ein Mensch gewesen, der gern geplant und organisiert hat. Ich musste mich in dieser Hinsicht nicht sonderlich umstellen oder verbiegen. Als junge Mutter fällt man heutzutage schon ganz schön auf unter den ganze Ü-30 Muttis. Das kann manchmal etwas anstrengend sein, da man ja die Dinge gelassen sieht und Nicht auf jede klitzekleine Frage eine Antwort braucht. Manchmal kommt man sich auch als Küken vor und fühlt sich abgestempelt als TeenieMum. Es ist wohl schon eher selten, dass man mit klugem Kopf, Abitur mit Baby und einem soliden Bildungsweg bzgl Zukunft und Karriere, den Baby/Kinderalltag gemeistert bekommt. Ich habe das geschafft und darauf bin ich sehr stolz.

NEW2BERLIN: Wahrscheinlich ist es so, dass der Weg zur Schwangerschaft und die Schwangerschaft selbst in der Regel unbedarfter verlaufen – besonders dann, wenn das Kind gar nicht geplant ist. Vielleicht legt man in jüngeren Jahren auch mehr Geduld an den Tag und kann sich noch stärker in die Gefühlswelt seines Kindes hineinversetzen. Vielleicht macht man sich auch weniger Sorgen, dass etwas passieren könnte. Das weiß ich alles nicht, aber dafür kann ich sagen, dass unsere Tochter in ein sehr etabliertes und gesichertes Leben rein geboren wurde – ob das von Vorteil ist, wird sich später allerdings noch zeigen. Mein Mann und ich können die Zeit mit unserer Tochter voll genießen, weil wir zu keiner Sekunde das Gefühl haben, etwas zu verpassen und vielleicht strahlen wir dadurch mehr Ruhe aus. Aber auch das weiß ich nicht. Es gibt aber eine einzige Sache, die mich wirklich traurig und nachdenklich stimmt und das ist die, dass naturgemäß natürlich auch unsere Eltern (die meines Mannes wie auch meine) nicht mehr die jüngsten sind. Meine Eltern sind zum Glück noch superfit und mobil, aber bei meinen Schwiegereltern sieht das schon ganz anders aus. Und genauso wird es auch unseren Kindern mit ihren Kindern mal gehen.

 

Wie stehst Du dazu, wenn Mütter sich erst sehr spät dazu entscheiden, Kinder zu bekommen oder gar wie Caroline Beil mit 50 noch extra nachhelfen? 

QUEEN: Schwierig. Ich gönne jeder Frau, jedem Mann ein Kind! Aber ich gönne auch jedem Kind Eltern, die bis zum eigenen Erwachsensein fit sind. Und die am besten auch noch fitte, belastbare Großeltern werden können.

ANNIKA: Ich finde das völlig in Ordnung, wenn sich Frauen auch im hohen Alter für Kinder entscheiden. Ich liebe es Mutter zu sein. Es ist das größte und tollste Abenteuer das Lebens-Leben mit Kindern. Wenn Frauen erst spät für sich erkennen, das dies zum Lebensglück gehören soll, dann ist das völlig in Ordnung. Wenn es dann noch klappen sollte, mit der Fortpflanzung, auf welchem Wege auch immer, können sich diese Frauen sehr glücklich schätzen. Wenn ich, aus welchen Gründen auch immer, keine Kinder hätte bekommen können, wäre das sehr schrecklich für mich gewesen. Wichtig ist, dass man sich fürs Mutter sein ganz bewusst entscheidet. Jede Mutter, die voller Leib und Seele Mutter ist, ist eine großartige Mutter. Frauen, die jedoch nur Mutter sind, weil die Gesellschaft es von ihnen verlangt, können bei den Vollblutmamis sicher nur schwer mithalten.

NEW2BERLIN: Ich werde in diesem Jahr 40 und wir wünschen uns noch ein weiteres Kind. Daher wäre ich natürlich die letzte, die sagen würde, dass Frauen über 40 keine Kinder mehr bekommen sollten! Aber mir ist auch vollkommen bewusst, dass mein Mann und ich bereits sehr nah an der Grenze des Alters zum Kinderbekommen angelangt sind – die Biologie mal außen vorgelassen, ganz einfach aus dem Verantwortungsgefühl für unsere Kinder heraus. Natürlich, wir fühlen uns alle viel jünger als wir sind und im besten Fall sehen wir auch noch so aus, aber in der Realität ist es unsere Aufgabe, für unsere Kinder da zu sein – und zwar so lange wie möglich! Dennoch, es ist und bleibt eine persönliche Entscheidung und die Medizin heute ermöglicht es uns, überhaupt darüber nachzudenken.

 

Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest, würdest du alles genauso machen?

QUEEN: Ja! Allerdings würde ich meine Töchter bitten, ihre ersten Schritte nicht bei der Tagesmutter, sondern verdammt noch mal bitte zu Hause zu machen. Ach und…meiner kinderlosen Arbeitskollegin damals, die null Verständnis dafür hatte, dass ich einfach mal heulen wollte (nach einem 10-Stunden-Tag mit anschließendem Lernen für die vorgezogene Abschlussprüfung, trotz schlafloser Nacht mit zwei fiebernden Kleinkindern und einem Mann am Ende der Welt), der würde ich heutzutage vollkommen hemmungslos einfach mal eine knallen.

SVENJA: JA . Ohne Wenn und Aber.

ANNIKA: Ja, ich würde die Entscheidung wieder so treffen, denn es ist großartig eine junge Mami zu sein. Meine Tochter ist 10 und ich 30. Ich kann mich in vielen Situationen noch genau daran erinnern, wie es mir damals ging. Dadurch bin ich, zumindest denke ich das, eine sehr verständnisvolle Mami.

NEW2BERLIN: Ja, auch ich würde alles wieder genau so machen, aber inzwischen bin ich davon überzeugt, dass ein Kind auch schon früher einen Platz in meinem Leben hätte haben können – so wie es die lieben Mädels hier eindeutig bewiesen haben. Mein Mann und ich sind in diesem Jahr 10 Jahre zusammen und nicht selten fragen wir uns in der letzten Zeit, warum wir eigentlich so lange mit den Kindern gewartet haben! Den perfekten Moment gibt es wahrscheinlich nie, aber es gibt die perfekte Einstellung und mit dieser kann man alles wuppen – egal ob alt oder jung. Und am Ende des Tages kommt es eh nur darauf an, dass wir unsere Kinder lieben und dass unsere Kinder glücklich sind!

 

Mein Fazit nach diesen Interviews: Eine Mama, die ihre Kinder liebt, ist eine Mama, die ihre Kinder liebt – egal wie alt sie ist! Auf dem Weg dahin allerdings unterschieden sich ganz klar die Art der Gedanken und Sorgen. Ich beneide die jungen Mütter um ihre Unbedarftheit während der Schwangerschaft und bewundere sie für ihre Entscheidung – ich weiß nicht, ob ich in dem Alter dazu bereit gewesen wäre. Allerdings glaube ich, dass meine jungen Mamas hier härter kämpfen mussten als ich, um dort zu sein, wo sie jetzt sind – gestandene Frauen im Leben!

 

Alles Liebe

eure Janine

Janine George

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  • Also verstecken ist nicht mehr Alle schlafen noch nur ichhellip
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  • Mein Krper und meine ewige Dankbarkeit er musste viel aushaltenhellip