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Bad Mum

Warum eine ’schlechte‘ Mutter die bessere Mutter ist?

Was haben wir gelacht. Was habe ich gelacht! – Wie ihr sicher über Instagram bereits mitbekommen habt, hatte ich letzte Woche Samstag meinen ersten Ausgang. Meinen ersten Ausgang seit Ben’s Geburt. Das erste Mal für wenige Stunden wieder nur Frau sein, ohne sich die Gedanken einer Mutter machen zu müssen. Wenige Stunden, in denen ich mit meinen Mädels quatschen, lachen und vor allem abschalten konnte, so zumindest mein Plan. Die Vorfreude auf „Bad Moms“ war groß. Sehr groß. Sollte dieser Film doch ‚großartig‘ sein. Und das war er auch. Schaut ihn euch auf alle Fälle an, ihr lieben Mama’s! Doch unterliegt bitte nicht dem Irrtum, dem ich voller Vorfreude auf meine Me-time ganz blauäugig unterlegen bin. Auch wenn dieser Film Lacher en Masse bereit hält, so regt er auch zum Nachdenken an! Sich in den gemütlichen Kinosessel fallen lassen, mit einem süßen Duft verströmendem 5 Liter Eimer Popcorn auf dem Schoß einfach nur den Film genießen? Fehlanzeige!

Denn wie sich schlussendlich auch die überaus perfekte Gwendolyn, Vorsitzende des Elternrats, eingestehen muss, ist es nahezu unmöglich, das Ideal der perfekten allumsorgenden Mutter zu erfüllen. Mag man als Super Mum auch sein Bestes und das 24/7 zu 100 Prozent geben (wollen), wird man über kurz oder lang erkennen (müssen), dass dieser Perfektionismus, der durch unsere heutige Gesellschaft nur noch forciert wird, uns krank macht. Und nicht nur uns. Auch unsere Familie! Wie heißt es doch so schön…

Happy Mum. Happy Child! – Happy Family!

Ich meine, haben mein Kind und mein Mann mehr von mir, der perfekten Mutter, die bereits ‚Mitten in der Nacht‘ aufsteht, um den Frühstückstisch zu decken, die Pausenbrote für die KiTa und die Arbeit zu schmieren, die Taschen zu packen, die Freizeitaktivitäten für den Tag zu planen und vorzubereiten, im Anschluss sich ‚fertig‘ macht (… Und das auf lange Sicht hin im wahrsten Sinne des Wortes!) um dann das Kind zu wecken und ihm einen liebevollen Start in den Tag zu bereiten? Ganz egal, wie viele, besser gesagt wie wenige Stunden Schlaf die letzte Nacht bereit hielt? Ich vergaß zu erwähnen: Die Uhr immer im
Blick, um das Kind pünktlich in der KiTa abzugeben und idealerweise noch einige Minuten vor Arbeitsbeginn bereits als erfolgreiche Working Mum am Schreibtisch zu sitzen und wieder Alles zu geben. Und nicht nur im Büro, am Nachmittag wieder zu Hause zieht sich der rote Faden (Inzwischen kann ich zu gut nachempfinden, wie sich ein Stier in der Arena fühlen muss!) durch! Kind, Haushalt, Kind, Haushalt, Kind, …, Mann! Alle haben ihre Bedürfnisse und das zu recht. Aber ich, wo bleibe ich? Ich, die vielleicht perfekte aber doch unglückliche Mutter!

… Oder haben sie mehr von mir, wenn ich mich dem ‚Terror‘, der Idealvorstellung der Super Mum, die es meiner Meinung nach in der Realität (!) nicht gibt, zu entsprechen, nicht mehr hingebe? Mein Kind auch mal ein Stück Milchschnitte oder einen Fruchtzwerge essen lasse, statt ihm morgens Bio-Porridge mit einer Vielzahl an exotischen in gleiche 1 x 1 Zentimeter große Stücke geschnittene Früchten zu kochen? Ihm erlaube eine Folge JoNaLu auf dem Tablet zu schauen, statt pädagogisch wertvolle und die motorische Entwicklung fördernde Basteleien anzubieten? Meinen Mann auf dem Heimweg von der Arbeit Pizza holen lasse, statt allabendlich ein 3 Gänge-Menü zu kredenzen? Ihn sein letztes Paar passende frisch gewaschenen Socken mühsam zusammen suchen lasse, statt täglich die anfallende Wäsche zu waschen, zu bügeln und sofort in den Schrank einzusortieren, wo er sie blind finden kann…? Haben sie mehr von mir, der unperfekten Mutter, die sich hin und wieder eine Auszeit nimmt? Eine Auszeit, die ich mir doch mehr als verdient habe (?!), eine Auszeit, die ich mir nehmen muss, um nicht eines Tages an der Perfektion den Verstand zu verlieren! Eine Auszeit, in der die Bad Mum NUR an sich denkt. Eine Auszeit, die die unperfekte Mutter glücklich macht und durch die auch die Familie durch das berauschende Gefühl von Glück, das das Gefühl trotz größter Anstrengung am vor allem von sich selbst geforderten Perfektionismus zu versagen, verdrängt! Eine Auszeit, deren Resultat eine entspannte und glückliche Bad Mum ist, die sich nun wieder mehr Zeit nimmt, um diese für sich und ihre Familie zu genießen. Das süße Nichtstun, quasi!

Und da es sich als ‚Amy‘ doch um einiges leichter lebt, was jedoch nicht bedeutet, dass dem eigenen Kind, der eigenen Familie nicht nach wie vor alle Liebe und Aufmerksamkeit zu Teil wird, bin ich gestern, nur eine Woche nach dem ersten Mal Ausgang als Mutter dem Dauerstress erneutet entflohen und habe mich mit der lieben Jane mitten im verrückten Berlin bei einem leckeren Cocktail locker gemacht! – Team Amy, ab jetzt regelmäßig! So viel steht fest! Und das schlechte Gewissen, das mich beinahe zerfressen hat, als mir vor gut zwei Wochen eines Morgens im Bad, mit der einen Hand Zähne putzend und der anderen die Haare föhnend, klar wurde, dass ich am Abend zuvor die ach so wichtige Sitzung des Elternbeirats vergessen (JA. Einfach so vergessen!) und somit auch verpasst hatte, ist auch verflogen. Inzwischen kann ich sogar darüber lachen. Lachen über etwas, das mehr als menschlich ist und keinesfalls verurteilt gehört. Vor allem nicht von sich selbst!

Ein Hoch auf TEAM AMY! Seid ihr auch dabei?

Anna Hilgendorf

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  • Abgesehen davon dass ich nicht den Unterschied zwischen Bodys Hosenhellip
  • So wir haben uns entscheiden und ihr habt euren Anteilhellip
  • Also wenn ihr noch Frhstcksinspirationen fr morgen sucht oder auchhellip
  • Na wer kennt diese beiden sympathischen Mdels? Richtig das sindhellip
  • Da ihn das Ignorieren nur noch wtender macht und seinhellip