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Erstens kommt es anders! … Und zweitens als man denkt!

Ja, ja! Sagte zwar schon John Lennon ‚Life is what happens to you while you are busy making other plans.‘, dies galt jedoch nicht für mich! – So dachte ich zumindest. … Bis zu dem Tag, der alles und ich meine wirklich ALLES veränderte!

Aber von vorne!

Angekommen in unserer neuen, größeren Wohnung freute ich mich auf den Sommer, auf den Sommer 2015, unseren Sommer! Ich freute mich auf unsere Hochzeit, die Geburt von Ben und all das, was danach kommen würde – unser Leben als Familie, als richtige kleine Familie.

FAMILIE! Doch was bedeutet ‚Familie‘ eigentlich? Bedingungslose Liebe – vor allem zwischen Mutter und Kind! Diese bedingungslose Liebe, wie sie mir meine Mama vermittelt hat, war immer etwas Besonderes für mich. So besonders, dass ich überglücklich und dankbar war, als sie anbot Ben, ihren ersten Enkel, für ein paar Stunden in der Woche zu ‚übernehmen‘ – wohnten meine Eltern inzwischen doch nur wenige Kilometer entfernt – um mir somit ein wenig Freiraum zu verschaffen. Ich war dankbar denn ich wusste, dass auch Ben diese bedingungslose Liebe zu Teil werden würde!

 

… Und dann kam der Tag, der alles veränderte!

Ein Anruf. Früh morgens, wir lagen noch im Bett. Ein Anruf, der mich aus meiner kleinen heilen Familien- Welt herausriss. Ein Anruf, der mich erstarren und zugleich ‚zusammenbrechen‘ lies. Ich umklammerte mein nur wenige Wochen altes Baby, dicke Tränen tropften von meinen Wangen auf Ben’s Kopf, mein Mann hielt mich fest gedrückt. – HIRNSCHLAG, Not- OP! – NEIN! Das kann nicht sein! Meine Mama! Warum? Warum sie? Warum meine Mama? In diesem Moment schossen mir tausende Gedanken durch den Kopf. Ich war wie in Trance! – Und dieser Zustand hielt auch die kommenden Tage an! Die kommenden Tage habe ich funktioniert, einfach nur funktioniert! Schließlich war ich nun auch Mutter! Mutter mit Verantwortung für ein kleines unschuldiges Wesen. Und meine Aufgabe war es, für dieses kleine unschuldige Wesen da zu sein, es genauso bedingungslos zu lieben, wie meine Mama mich geliebt hatte und dessen noch heile Welt zu schützen. All meinen Schmerz und meine Trauer sollte Ben nicht mitbekommen! Ebenso nicht meine Mama!

Am selben Tag noch waren wir bei ihr, auch wenn sie kaum bei Bewusstsein war und haben, so gut es ging, Stärke ausgestrahlt! Darauf hatte ich meinen Mann und auch meinen Vater eingeschworen. Wir mussten jetzt stark sein! Stark für meine Mama, stark für uns und ich in aller erster Linie stark für Ben! Auch wenn die Verzweiflung und vor allem auch die Ungewissheit überwogen, wir mussten jetzt da durch und hatten keine andere Wahl! Es war passiert! – Das Leben war passiert, ganz ohne meinen Plan zu befolgen!

KRAFT. Kraft gab mir in den folgenden schweren Wochen, die meine Mama im Krankenhaus verbrachte, allen voran Ben. Ben, mein kleiner Junge, der nun jeden Tag mit mir mehrere Stunden unterwegs war, um seine Oma zu besuchen und auch ihr Kraft zu geben. Und was soll ich sagen, er war großartig, ein kleiner Engel wie man sich ihn nur wünschen konnte! Schnell war er ‚DER Star‘ des Pflegepersonals und später auch der Therapeuten in der Rehabilitationsklinik! Selbst Patienten freuten sich, wenn sie schon von weitem den Kinderwagen anrollen sahen! Wie soll es aber auch anders sein? – Strahlt doch niemand mehr Energie und Lebensfreude aus, als solch ein kleiner Mensch! Energie, von der auch ich zehren konnte! Energie, die mir half diesen Schicksalsschlag zusammen mit meinen Eltern durchzustehen! Energie, die uns heute noch Hoffnung schöpfen lässt, dass eines Tages ja vielleicht doch wieder alles gut wird!

Eines aber ist sicher! – Und das bin ich Ben auch schuldig! Immerhin musste er mich, seine Mutter, gerade in den ersten Lebenswochen, in denen die gemeinsame ‚Bonding‘- Zeit so enorm wichtig ist, ‚teilen‘! – Was keinesfalls für umsonst gewesen sein soll! Ich werde ALLES dafür geben – und meiner Mutter all die Unterstützung, die sie mir zugesagt hatte und all die bedingungslose Liebe, die sie mir seit Geburt an gegeben hat, ‚zurückgeben‘ -, dass aus dieser Hoffnung und Vision meiner Mutter Realität wird und Ben diesen einen Tag erleben wird, an dem er mit seiner Oma zusammen im Bodensee baden gehen wird!

… Und während Ben fleißig das Krabbeln übt, übt seine Oma das Stehen! Wer von beiden das Rennen macht und die ersten Schritte wagt, bleibt abzuwarten!

 

 

Abschließend möchte ich Danke ’sagen‘! DANKE für meine gesunde, wundervolle kleine Familie! ♡

Anna Hilgendorf

  • Katharina

    Ein sehr bewegender Beitrag liebe Anna, unglaublich wie du das gemeistert hast. Wir schicken euch ganz viel Liebe&Kraft!

    17. April 2016 at 9:20 PM Antworten
  • Azra

    Wieder einmal ein toller Eintrag, der ganz nah geht. Danke an Ben, der dir wohl die meiste Energie gegeben hat. Und deiner Mama, nach wie vor, gute und vor allem hoffentlich schnelle Genesung. Alles Liebe, deiner Mama, dir und deiner Familie, liebe Anna.

    17. April 2016 at 9:49 PM Antworten
  • andanotherus

    Das passiert mir selten, aber jetzt hab ich geheult. Wohl weil ich genau weiss, was du durchmachst. Mein Papa musste ins Krankenhaus als mein Baby 4 Wochen alt war. 3 Monate und 14 Operationen später ist er nun auch in der Reha und es scheint wieder zu werden . Viel Kraft euch allen weiterhin!

    19. April 2016 at 1:26 PM Antworten

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  • Abgesehen davon dass ich nicht den Unterschied zwischen Bodys Hosenhellip
  • So wir haben uns entscheiden und ihr habt euren Anteilhellip
  • Also wenn ihr noch Frhstcksinspirationen fr morgen sucht oder auchhellip
  • Na wer kennt diese beiden sympathischen Mdels? Richtig das sindhellip
  • Da ihn das Ignorieren nur noch wtender macht und seinhellip